WM-Verletzungskrise: Mbappe, Yamal und weitere Stars in Gefahr

WM-Verletzungskrise: Mbappe, Yamal und weitere Stars in Gefahr

"Ein Unfall, der darauf wartet zu passieren" – so lautet das Urteil von Arsenal-Trainer Mikel Arteta über die aktuelle Spielerbelastung, und mit fünf Wochen bis zur Weltmeisterschaft treffen die Unfälle pünktlich ein.

Kylian Mbappe laboriert an einer Oberschenkelverletzung. Lamine Yamal fällt für den Rest der Vereinssaison aus. Mohamed Salah versetzte französische und Liverpooler Fans in Angst, bevor Untersuchungen etwas Erleichterung brachten. Die Liste der Verletzten liest sich wie ein Who's Who der meisterwarteten Spieler des Turniers, und dabei wurde in den USA, Kanada und Mexiko noch nicht einmal ein Ball getreten.

Die Ausfälle stehen fest

Mehrere Spieler sind bereits bestätigt ausgefallen. Frankreichs Hugo Ekitike erlitt im April einen Achillessehnenriss – eine Genesungszeit, die weit über das Turnier hinausgeht und möglicherweise bis in die nächste Saison reicht. Brasilien muss ohne Rodrygo (Kreuzband) und Eder Militao (Oberschenkel) auskommen, was einem Kader, der bereits einen schwierigen Qualifikationszyklus durchläuft, erhebliche Qualität entzieht. Deutschland verliert Serge Gnabry durch eine im Training erlittene Adduktorenverletzung – kein prominenter Ausfall, aber ein weiterer Spieler weniger. Auch der niederländische Mittelfeldspieler Xavi Simons wird nicht dabei sein, ein Kreuzbandriss beendete seinen vielversprechenden internationalen Sommer.

Die Vereinigten Staaten verlieren als Co-Gastgeber Cameron Carter-Vickers und Patrick Agyemang durch Achillessehnenverletzungen. Beide Ausfälle schmerzen die Tiefe eines Kaders, der es sich im eigenen Land nicht leisten kann, dünn besetzt zu sein.

Die noch auf der Kippe stehen

Mbappe wird voraussichtlich noch vor Monatsende zu Real Madrid zurückkehren, und Frankreich beteuert, dass es keine ernsthaften Bedenken gibt. Aber ein Oberschenkelproblem mit 26 Jahren bei dieser Arbeitsbelastung ist nie etwas, das man einfach abtun sollte. Jeder WM-Kader, der um Mbappe herum aufgebaut ist – und Frankreichs ist es – wirkt auf dem Wettmarkt sofort wackeliger, wenn er nicht regelmäßig spielt.

Yamals Situation ist nuancierter. Der Teenager vom FC Barcelona hat seit einer Beinmuskelverletzung nicht mehr gespielt, aber Spanien erwartet, dass er rechtzeitig fit wird. Mit 17 Jahren verläuft die Genesung tendenziell schneller. Allerdings ist es ein Risiko, einen Teenager ohne Spielpraxis ins WM-Auftaktspiel zu werfen – das sollte selbst der optimistischste Spanien-Fan eingestehen.

Rodri ist der Name, der für Verein und Land wohl am wichtigsten ist. Er verpasste den Großteil der letzten Saison mit einem Kreuzbandriss, kehrte dieses Jahr zurück und fällt nun erneut mit Leistenproblemen aus. Guardiolas jüngste Updates waren positiv, und Rodri sollte noch vor Saisonende zum Einsatz kommen. Aber seine Belastbarkeit ist nun eine berechtigte Frage – eine, die sowohl Manchester Citys Form in der Saisonendphase als auch Spaniens Mittelfeld-Struktur beim Turnier betrifft.

Brasiliens Teenager-Stürmer Estevao von Chelsea steht ebenfalls auf der Kippe, mit widersprüchlichen Berichten darüber, ob er rechtzeitig genesen wird. Kroatiens Luka Modric brach sich letzten Monat das Jochbein, wird aber voraussichtlich spielen – was mit 39 Jahren je nach Sichtweise entweder bewundernswert oder beunruhigend ist. PSGs Achraf Hakimi fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus, und Marokkos Defensivoptionen werden ohne ihn knapper.

Das größere Bild hier geht nicht nur um einzelne Spieler. Die erweiterte Klub-WM im letzten Sommer, das aufgeblähte Champions-League-Format, der gnadenlose nationale Spielplan – alles summiert sich. Wenn Arteta von einem "Unfall, der darauf wartet zu passieren" spricht, dramatisiert er nicht. Er beschreibt ein System, das immer mehr Spiele hinzufügt, ohne sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was das mit menschlichen Körpern macht. Die Weltmeisterschaft wird diejenige sein, die die Rechnung begleichen muss.