Otamendi & Caicedo entgehen WM-Sperren nach roten Karten
Die FIFA hat die einspielige Sperre für Nicolas Otamendi und Moises Caicedo aufgehoben, sodass beide Spieler ihren Ländern vom Anpfiff der WM 2026 an zur Verfügung stehen werden.
Beide wurden während Ecuadors 1:0-Sieg gegen Argentinien im September des Feldes verwiesen – Otamendi wegen eines zynischen Fouls an einem auf das Tor zulaufenden Angreifer, Caicedo wegen einer zweiten verwarnungswürdigen Aktion. Nach den normalen Regeln hätte jeder das erste Gruppenspiel seiner Mannschaft verpasst. Nicht mehr jetzt.
Das FIFA-Büro greift ein
Die Entscheidung kommt vom FIFA-Büro – Gianni Infantino plus die Präsidenten der sechs Kontinentalverbände –, die einer Amnestie für disziplinarische Übertragungen aus der Qualifikation zugestimmt haben. Einzelne gelbe Karten und ausstehende ein- oder zweispielige Sperren sind verschwunden. Die offizielle Begründung der FIFA: Sie wollen, dass die Teams "mit ihren bestmöglichen Kadern auf der größten Bühne des internationalen Männerfußballs" ankommen.
Es ist das zweite Mal, dass die FIFA vor dieser Weltmeisterschaft eine solche Intervention vornimmt. Cristiano Ronaldos Drei-Spiele-Sperre wegen eines Ellbogenschlags gegen einen irischen Spieler im November wurde auf eine Bewährungsfrist verschoben, um sicherzustellen, dass er in der Gruppenphase nichts verpassen würde. Die Entscheidungen zu Otamendi und Caicedo folgen derselben Logik, auch wenn der Präzedenzfall umso unangenehmer wird, je öfter er angewendet wird.
Die ausgesetzten Spiele verschwinden nicht vollständig – sie werden nach dem Turnier in einem anderen Wettbewerb abgesessen. Was praktisch gesehen so gut wie nichts bedeutet.
Was es auf dem Platz bedeutet
Für Argentinien ist es wichtig, Otamendi zur Verfügung zu haben. Er ist eine zentrale Figur in der Abwehrreihe, die ihnen in Katar zum Sieg verhalf, und Lionel Scaloni möchte seine Defensive für das Eröffnungsspiel des Turniers nicht umstellen. Argentinien trifft am 16. Juni in Kansas City bei der ersten Titelverteidigung auf Algerien.
Ecuador startet früher, am 14. Juni gegen die Elfenbeinküste in Philadelphia. Caicedo ist der Anker im Mittelfeld, und sein Fehlen gegen eine körperlich starke Mannschaft wie die Elfenbeinküste wäre ein echtes Problem gewesen. Diese Sorge ist nun vom Tisch.
Ob man dies für ein vernünftiges Kadermanagement oder für eine sportlich opportune Regelbeugung hält – das Ergebnis ist dasselbe: Zwei Schlüsselspieler, die sich Sperren eingehandelt haben, werden keine Konsequenzen vor Turnierenden tragen.