Ada Hegerberg über ihren Ballon d'Or: 'Ich habe nie die Wahrheit darüber gesagt, wo er ist'
"Er ist so wertvoll, dass ich nie die Wahrheit darüber gesagt habe, wo er ist." Ada Hegerberg, die erste Frau, die jemals den Ballon d'Or gewann, hält den Standort ihrer Trophäe von 2018 bewusst geheim. Zuhause in Frankreich? Zuhause in Norwegen? Sie verrät es nicht – und klingt dabei völlig ernst.
Es ist ein amüsantes Detail, aber es deutet auf etwas Bedeutenderes hin. Als France Football Hegerberg diese Auszeichnung am 3. Dezember 2018 überreichte, kürten sie nicht nur eine Fußballerin. Sie erkannten an, dass der Frauenfußball dieselbe historische Anerkennung verdiente, die Männer seit Jahrzehnten innehatten. Hegerberg war die unumstrittene Wahl.
Die Last, die Erste zu sein
Sie ist offen darüber, was damit einherging. "Ihn zu gewinnen gab mir eine Plattform, aber auch eine völlig andere Art von Verantwortung, Druck", sagte sie. "Wir müssen jüngeren Spielerinnen sagen, dass am Anfang nicht alles schön ist."
Das ist nicht das übliche Drehbuch einer Trophäengewinnerin. Die meisten Spieler sprechen über Freude und Dankbarkeit. Hegerberg spricht über die Lektion. Aus einem Land mit fünf Millionen Einwohnern zu kommen, wo Wintersport die nationale Konversation dominiert, und die Spitze des Weltfußballs zu erreichen, war kein glatter Bogen – und sie täuscht das auch nicht vor.
Jetzt mit 30 Jahren ist sie realistisch bezüglich des Weges zurück zu einem weiteren Ballon d'Or. Alexia Putellas gewann ihn zweimal hintereinander, Aitana Bonmatí hat seitdem das Zepter übernommen, und Spaniens Griff nach den individuellen Auszeichnungen im Frauenfußball war fest. Hegerberg hat die Tür nicht geschlossen – "Man braucht 50 Tore und muss alles gewinnen. Dann machen wir am Ende der Saison die Rechnung auf" – aber sie bemisst die Anforderung klar, ohne sich etwas vorzumachen.
Oslo am Horizont
Der unmittelbarere Preis ist in Sicht. Lyon hat das Champions-League-Finale am 23. Mai erreicht, wo sie auf Barcelona treffen werden. Hegerberg hat bereits sechs Champions-League-Titel, jeder einzelne trägt ihre Handschrift. Dieses Finale hat zusätzliches Gewicht: Es wird in Oslo ausgetragen, ihrem Heimatland.
Bei den Wettquoten für die Women's Champions League von Lyon ist dieser Heimvorteil-Faktor in Oslo eine echte Variable – nicht nur Sentimentalität, sondern Energie und Vertrautheit für eine Seite des Turnierplans. Barcelona wird aufgrund der aktuellen Form Favorit sein, aber Lyon in einem Finale, mit Hegerberg an der Spitze, ist niemals ein Team, das man leichtfertig abtun sollte.
Sechs Titel. Der erste weibliche Ballon d'Or. Ein Finale in Oslo, um einen siebten zu jagen. Der Standort der Trophäe bleibt geheim – aber ihr Platz in der Geschichte des Spiels braucht keinen Schutz.