Kane sieht PSG als leichte Favoriten für das Champions-League-Finale

Harry Kane hat den Spurs-Fans in dieser Saison einen letzten Gefallen getan – indem er sich weigerte, Arsenal vor dem Champions-League-Finale als Favoriten zu bezeichnen.

Nachdem Bayern München von PSG über zwei Spiele ausgeschieden war – nach einem spektakulären 5:4-Hinspielkrimi und dem folgenden Chaos – zeigte sich Kane in seiner Spielanalyse abgewogen, aber prägnant. "PSG ist Meister und hat wahrscheinlich das Recht, leichte Favoriten zu sein", sagte er, "aber insgesamt sind es zwei Topteams, die aufeinandertreffen, und es wird ein ausgeglichenes Spiel."

Das ist nicht nichts. Kane verbrachte Jahre bei Spurs und beobachtete Arsenal vom anderen Ende Nordlondons aus, und jede Andeutung, dass die Gunners als Topfavoriten in ein Finale einmarschieren, passte ihm offensichtlich nicht.

Stilfragen – und ein Seitenhieb, den man zwischen den Zeilen lesen sollte

Das interessantere Zitat kam, als Kane eine Trennlinie zwischen verschiedenen Spielansätzen zog. "Wir und PSG haben eine ähnliche Herangehensweise", sagte er, bevor er anmerkte, dass "einige der anderen Topteams einen anderen Stil haben." Er sagte nicht Arsenal. Das musste er auch nicht.

Bayern und PSG lieferten ein 5:4-Hinspiel, das die Leute vom Tod des defensiven Fußballs reden ließ. Arsenal, das sich mühsam zu seinem ersten Europapokalfinale seit Jahrzehnten durchgekämpft hat, spielt ganz anders. Kane weiß das. Und jeder, der beide Mannschaften in dieser Saison beobachtet hat, weiß es auch.

Was das für den Wettmarkt bedeutet, ist ziemlich klar: Wenn Sie Arsenal bereits gesetzt oder die Siegquoten für das Finale im Blick haben – Kanes Einordnung, PSG als leichte Favoriten, zwei gegensätzliche Stile, ein "ausgeglichenes" Duell, spiegelt wider, was die Zahlen bereits nahelegen. Dies ist kein einseitiges Spiel. Es ist ein Münzwurf mit taktischen Feinheiten.

Kanes Frustration geht tiefer als das Ergebnis

Auch bei den Schiedsrichterentscheidungen hielt er sich nicht zurück. Zwei Handspiel-Entscheidungen gingen über beide Spiele hinweg zugunsten von PSG, und Kane ließ das nicht stillschweigend durchgehen. "Wie man letztes Mal Handspiel gibt und diese Woche nicht, beides ist einfach verrückt", sagte er. PSG hätte seiner Ansicht nach auch einen Platzverweis erhalten müssen. "Vielleicht hat ihn die Atmosphäre beeinflusst", sagte Kane über den Schiedsrichter – so direkt, wie es Spitzenfußballer in Pressekonferenzen eben werden.

Was die Saison insgesamt betrifft, bezeichnete Kane sie als "sehr stark", räumte aber ein, dass die Champions League "immer auf die letzten Nuancen ankommt." Bayern hatte über beide Spiele Chancen. Sie nutzten nicht genug davon. Das ist die Geschichte.

"Im Moment bin ich einfach enttäuscht. Es ist schwer zu verkraften gerade."