Piqué für sechs Spiele gesperrt nach Ausraster gegen Schiedsrichter

Piqué für sechs Spiele gesperrt nach Ausraster gegen Schiedsrichter

Gerard Piqué wurde nach einem Kontrollverlust gegenüber den Schiedsrichtern im Anschluss an die 0:1-Heimniederlage gegen Albacete am vergangenen Freitag für die nächsten sechs Spiele des FC Andorra gesperrt. Der spanische Fußballverband (RFEF) verhängte zudem eine zweimonatige Sperre für alle offiziellen Fußballaktivitäten gegen ihn. Keine gute Optik, wenn man der Klubbesitzer ist.

Schiedsrichter Alonso de Ena Wolf vermerkte in seinem Bericht, dass Piqué die Unparteiischen in bedrohlicher Weise angeschrien habe. Die RFEF machte dort nicht halt – Andorra-Präsident Ferran Vilaseca erhielt eine viermonatige Sperre, während Sportdirektor Jaume Nogues die gleiche Strafe wie Piqué bekam: sechs Spiele und zwei Monate Auszeit. Die Präsidentenloge und VIP-Bereiche sind außerdem für zwei Spiele geschlossen, und der Verein wurde mit 1.500 Euro Geldstrafe belegt.

Der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein

Andorra liegt acht Punkte hinter den Top-Sechs in der Segunda División bei nur noch vier verbleibenden Spielen. Die Aufstiegs-Playoff-Plätze sind praktisch außer Reichweite, es sei denn, die Ergebnisse entwickeln sich auf geradezu wundersame Weise zu ihren Gunsten. Die Freitagsniederlage kostete nicht nur Punkte – sie löste einen Zusammenbruch aus, der dem Klub gleichzeitig Besitzer, Präsident und Sportdirektor an der Seitenlinie kostete.

Piqué baute den FC Andorra als persönliches Projekt auf und führte ihn mit finanzieller Kraft und medialer Aufmerksamkeit durch die Ligen nach oben. Doch einen Klub zu besitzen bedeutet eine andere Art von Verantwortung als für einen zu spielen. Man kann nicht einfach Schiedsrichter beschimpfen und ungeschoren davonkommen. Das stellte die RFEF unmissverständlich klar.

Aus Wettsicht waren Andorras Aufstiegschancen bereits vor diesem Wochenende gering. Nun fehlen ihnen wichtige Entscheidungsträger auf der Tribüne während der Schlussphase einer Saison, die ihnen entgleitet. Jeglicher Wert, darauf zu setzen, dass sie sich noch in die Playoffs mogeln, hat sich praktisch in Luft aufgelöst.

Der Verein gab keine offizielle Stellungnahme ab, um gegen die Sperren vorzugehen. Das Urteil der RFEF steht – ebenso wie der Acht-Punkte-Rückstand.