Prestianni erhält sechs Spiele Sperre wegen homophoben Verhaltens

Gianluca Prestianni hat eine homophobe Beleidigung gegen Vinicius Jr. verwendet. Das ist nun die offizielle Feststellung der UEFA, und der Benfica-Flügelspieler wird dafür eine Sperre von sechs Spielen absitzen.

Die Saga begann im Februar während des Hinspiels der Champions-League-Playoffs in Lissabon, als Vinicius das einzige Tor erzielte und Prestianni ihn konfrontierte. Vinicius sprintete zum Schiedsrichter und zeigte auf den Argentinier zurück, woraufhin der Schiedsrichter seine Arme kreuzte – das Signal für einen Diskriminierungsvorwurf. Es folgten wochenlange Behauptungen, Gegenbehauptungen, Einsprüche und Untersuchungen.

Die Wendung: Prestiannis eigene Verteidigung soll ihm zum Verhängnis geworden sein. Quellen berichteten ESPN, dass er Beweise vorlegte, die zeigten, dass er eine schwulenfeindliche Beleidigung verwendete und keine rassistische – er argumentierte also im Wesentlichen über die Art seiner Beleidigung, nicht darüber, ob sie stattgefunden hatte. Die UEFA nahm dies zur Kenntnis, bestätigte, dass das Verhalten diskriminierend war, und verhängte die Sperre, die ausdrücklich als "homophob" bezeichnet wurde. Benficas Versuch, gegen die vorläufige Sperre von einem Spiel zu Beginn des Verfahrens Einspruch einzulegen, wurde am 25. Februar abgewiesen.

Was die Sperre in der Praxis bedeutet

Sechs Spiele klingen erheblich. In Wirklichkeit sind drei davon für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt, und Prestianni wird das Spiel angerechnet, das er bereits verpasst hat. Das bedeutet, dass er noch zwei weitere Spiele aussetzen muss. Die Sperren müssen in UEFA-Wettbewerben oder mit der argentinischen Nationalmannschaft abgesessen werden, sodass seine Auftritte in der Liga Portugal nicht betroffen sind – was für Benfica derzeit von Bedeutung ist.

Die Adler sind Tabellenzweiter, sieben Punkte hinter Porto bei noch neun ausstehenden Spielen. Sie können es sich nicht leisten, Kaderstärke zu verlieren. Am Samstag empfangen sie das Mittelfeld-Team Moreirense, und Prestiannis Verfügbarkeit im Inland bleibt erhalten.

Die UEFA hat auch die FIFA gebeten, die Sperre weltweit auszudehnen, was bedeutet, dass jeder Einsatz für die argentinische Nationalmannschaft unter dieselbe Regelung fällt.

Eine unschöne Episode ohne wirkliche Gewinner

Der Rassismus-Vorwurf dominierte wochenlang die Schlagzeilen. Das tatsächliche Ergebnis – eine effektive Sperre von zwei Spielen wegen homophober Sprache – ist wahrscheinlich nicht das, was irgendjemand erwartet hatte, als Vinicius in Lissabon auf den Schiedsrichter zeigte. Diskriminierung ist Diskriminierung, aber die Details sind hier wichtig, und sie wurden nun offiziell festgestellt.

Benfica veröffentlichte eine abgewogene Erklärung, in der die Sanktion "wegen der Verwendung homophober Sprache" anerkannt wurde. Diesmal kein Widerspruch. Der Verein weiß, dass der Fall abgeschlossen ist.