Warum werden beide FA-Cup-Halbfinale in Wembley ausgetragen?

Beide FA-Cup-Halbfinale finden an diesem Wochenende in Wembley statt, und das ist seit 2008 jedes Jahr so. Das war nicht immer der Fall – und der Grund für die Änderung hat weniger mit Tradition zu tun als mit einer Rechnung über 798 Millionen Pfund.

Manchester City empfängt am Samstag (18:15 Uhr) den Zweitligisten Southampton und ist klarer Favorit auf den Einzug ins vierte Finale in Folge. Am Sonntag (16 Uhr) trifft Chelsea auf Leeds United, die seit 1973 nicht mehr in einem Finale standen und stark auf die jüngsten Turbulenzen bei Chelsea setzen werden, um weiterzukommen.

Das Geld hinter dem Umzug nach Wembley

Der FA Cup ist der älteste nationale Pokalwettbewerb der Welt, gegründet 1871. Den größten Teil seiner Geschichte wurden die Halbfinale an neutralen Austragungsorten im ganzen Land gespielt – Old Trafford und Villa Park waren in den 1990er und 2000er Jahren regelmäßige Schauplätze. Das erste Mal, dass Wembley ein Halbfinale ausrichtete, war 1991 bei Tottenhams Sieg gegen Arsenal, und selbst danach blieb es ein Experiment, das nur vereinzelt 1993, 1994 und 2000 genutzt wurde.

Alles änderte sich mit der Wiedereröffnung des neu gebauten Wembley-Stadions im Jahr 2007. Ab 2008 wurden beide Halbfinale dauerhaft dort ausgetragen. Die FA benötigte Einnahmen, um die Wiederaufbaukosten auszugleichen – insgesamt 1,08 Milliarden Dollar – und Wembleys Kapazität von 90.000 Plätzen machte die Halbfinale zu einer verlässlichen Einnahmequelle. So einfach ist das.

England ist mit dieser Regelung nicht allein. Schottland verfährt mit dem Hampden Park beim Scottish Cup genauso. Aber in Europa ist das keineswegs Standard – Spanien und Italien nutzen Hin- und Rückspiele, während Frankreich und Deutschland in den Heimstadien der teilnehmenden Vereine spielen.

Die Argumente gegen Wembley-Halbfinale

Der offensichtliche Vorteil ist der Zugang. Mehr Fans können dabei sein, und für Anhänger kleinerer Vereine, die selten die letzten Vier erreichen, ist ein Tag im Nationalstadion wirklich etwas Besonderes.

Die Kritik kommt vom anderen Ende der Tabelle. Für Vereine wie City oder Chelsea, die regelmäßig weit im Pokal kommen, mindert das Spielen in Wembley im Halbfinale die Bedeutung, tatsächlich ins Finale einzuziehen. Der besondere Moment verliert an Glanz, wenn der Austragungsort bereits vertraut ist.

  • Samstag, 26. April: Manchester City vs. Southampton — 18:15 Uhr
  • Sonntag, 27. April: Chelsea vs. Leeds United — 16 Uhr

Beide Spiele finden in Wembley statt. Das Finale folgt am 17. Mai. Die Quoten für City, den Pokal zu gewinnen, werden sich erheblich verkürzen, wenn sie Southampton wie erwartet bezwingen – aber die Partie Leeds gegen Chelsea ist diejenige mit echter Unvorhersehbarkeit.