WM 2026 Ticketpreise: Drohen leere Stadien?

Weniger als 41.000 Tickets wurden für das Eröffnungsspiel der USA in der Gruppenphase im SoFi Stadium verkauft. Kapazität: knapp 70.000. Die Rechnung ist peinlich, und die FIFA weiß es.

Sechs Wochen vor der größten Weltmeisterschaft der Geschichte — 48 Mannschaften, drei Gastgeberländer, prognostizierte 11 Milliarden Dollar Umsatz — sieht sich die FIFA mit der sehr realen Möglichkeit konfrontiert, dass Tausende leere Sitze bei Spielen bleiben, die eigentlich die größte Bühne des Fußballs repräsentieren sollen.

Das Preismodell, das die Fans ausschloss

Die FIFA führte für dieses Turnier eine sogenannte "variable Preisgestaltung" ein. Was das tatsächlich bedeutet: Die Ticketpreise wurden basierend auf der wahrgenommenen Nachfrage erhöht, wobei die durchschnittlichen Kosten über die drei Kategoriegruppen allein zwischen Oktober und April um 34% gestiegen sind. Die Preise erhöhten sich für mindestens 90 der 104 Spiele. Das günstigste Gruppenphasen-Ticket kostet nun inflationsbereinigt fast 50% mehr als bei jeder vorherigen Weltmeisterschaft.

Der Einstiegspreis für Kanadas Eröffnungsspiel gegen Bosnien und Herzegowina im BMO Field in Toronto? 1.645 Dollar. Über 2.000 Tickets sind noch verfügbar. Das US-Eröffnungsspiel gegen Paraguay im SoFi? Man kommt für 1.120 Dollar rein — und es gibt noch reichlich Plätze zur Auswahl.

Mindestens sieben Gruppenspiele zeigen breite Verfügbarkeit auf der eigenen Ticketing-Seite der FIFA. Auf dem Sekundärmarkt Gametime haben derzeit nur vier Spiele Wiederverkaufspreise unter 200 Dollar. Vier.

Das passiert, wenn eine Dachorganisation Knappheit mit Wert verwechselt. Die FIFA hat absichtlich Tickets zurückgehalten, um Nachfrage zu erzeugen, aber die Nachfrage folgt nicht dem Drehbuch. Stattdessen wenden sich die Fans ab.

Die FIFA hat dieses Experiment bereits durchgeführt — und es ist gescheitert

Die Klub-Weltmeisterschaft vom letzten Sommer hätte die Warnung sein sollen. Über 48 Gruppenspiele blieben über eine Million Sitze leer. Nur 56,7% der angegebenen Kapazität waren gefüllt. Drei der am schlechtesten besuchten Stadien veranstalten im Juni WM-Spiele.

Das Problem der Talentverteilung verschärft alles. Die Erweiterung von 32 auf 48 Teams bedeutet mehr Spiele mit Mannschaften, die nur begrenzte globale Fangemeinden haben — und die FIFA verlangt trotzdem Premium-Preise. Jordanien gegen Algerien im Levi's Stadium. Curaçao gegen Elfenbeinküste im Lincoln Financial Field. Für beide Spiele sind noch fast 2.000 Plätze im unteren Rang verfügbar, mindestens 380 Dollar.

Es gibt auch reale logistische Barrieren jenseits des Preisschilds. Die USA haben vollständige Reiseverbote erlassen, die Fans aus Haiti und dem Iran betreffen, sowie eingeschränkte Visa für die Elfenbeinküste und den Senegal — vier Nationen mit qualifizierten Teams, deren Anhänger einfach nicht teilnehmen können. Ontarios neues Anti-Schwarzmarkt-Gesetz bedeutet, dass die einzigen legal verfügbaren Kanada-Tickets nun bei 1.645 Dollar beginnen, da die Tickets zum Nennwert längst vergriffen sind.

Die FIFA sagt, dass in den kommenden Wochen mehr Tickets in einer "Last-Minute-Verkaufsphase" freigegeben werden. Die Frage ist, ob sie tatsächlich die Preise senken werden, um sie zu verkaufen, oder ob sie hart bleiben und zusehen, wie die Kameras am Eröffnungstag über Reihen leerer blauer Sitze schwenken.

Sie boten 500 Tickets zu 60 Dollar pro Spiel für Fans der 48 teilnehmenden Nationen an — 500, in Stadien, die 60.000 bis 90.000 Plätze fassen. Das ist keine Zugänglichkeit. Das ist Imagepflege.

Wenn die FIFA bei der Preisgestaltung nicht nachgibt, läuft das meistgesehene Sportereignis der Welt Gefahr, in dem Land halb leer auszusehen, auf das es für eine rekordverdächtige kommerzielle Rendite setzt. Das ist ein schlechtes Bild für das Turnier und ein noch schlechteres für eine Dachorganisation, die ihren eigenen Slogan "Fußball vereint die Welt" gewählt hat.

Bei 1.120 Dollar Eintritt hat diese Einheit einen sehr hohen Eintrittspreis.