Vancouver Whitecaps appellieren an Ryan Reynolds, um Verlegung zu verhindern
Die Vancouver Whitecaps haben in 16 Monaten mit über 100 potenziellen Käufern gesprochen. Kein einziges tragfähiges lokales Angebot ist eingegangen. Jetzt appellieren sie über soziale Medien an einen Hollywood-Schauspieler. So sieht die Lage aus.
Die Vereinserklärung vom Montag war deutlich: Kein lokaler Käufer hat sich mit einem ernsthaften Angebot gemeldet, und der Mietvertrag im BC Place läuft am Ende dieser Saison aus. Eine Verlegung – nach Las Vegas, Sacramento oder woanders hin – ist kein Hintergrundgeflüster mehr. CEO Axel Schuster hat gesagt, der Club prüfe jede Option bis hinunter zu "Plan Z". Plan Z bedeutet Vancouver zu verlassen.
Die Reynolds-Karte
Die Fans klammern sich an eine ganz bestimmte Hoffnung: Ryan Reynolds, geboren und aufgewachsen in Vancouver, Miteigentümer von Wrexham und jemand, der miterlebt hat, wie ein walisischer Club unter seiner Leitung drei Ligen aufgestiegen ist. Die Logik funktioniert. Er kennt sich mit Clubbesitz im Fußball aus. Er liebt Aufmerksamkeit. Er ist Kanadier. Die Social-Media-Kampagne, ihn da hineinzuziehen, ist laut und wächst.
Sogar Sacha Kljestan, ehemaliger MLS-Mittelfeldspieler und aktueller Studio-Moderator, postete am Montag direkt an Reynolds gerichtet: "Da du jetzt all diese Erfahrung als Fußballclub-Besitzer hast... kauf den Club in deinem eigenen Hinterhof und halte sie in Vancouver."
Reynolds hat nicht geantwortet.
Und hier liegt das Problem mit der Fantasie: Wrexham kostete ihn rund 2 Millionen Pfund, als sie sich durch die National League, Englands fünfte Liga, kämpften. Vancouver ist ein erstklassiges MLS-Franchise. San Diego FC zahlte allein im letzten Jahr eine Expansionsgebühr von 500 Millionen Dollar, um der Liga beizutreten. Die Whitecaps werden auf über 400 Millionen Dollar geschätzt. Das ist eine völlig andere Unterhaltung – und ein ganz anderer Scheck.
Was tatsächlich als Nächstes passiert
Die "Save the Caps"-Bewegung ist real. Tausende Fans kamen am Samstag zum 3:1-Sieg über die Colorado Rapids mit Schildern wie "Hände weg von unserem Team" und "Wir werden für unseren Club kämpfen und wir werden gewinnen". Die Atmosphäre war trotzig. Die zugrundeliegende Mathematik hat sich jedoch nicht geändert.
Investorengruppen in Las Vegas und Sacramento stehen Berichten zufolge bereit, sofort zu handeln, sobald ein Verkauf bestätigt wird. Sie brauchen keine Kampagne. Sie haben das Geld bereit. Für alle, die die MLS-Expansions- und Verlegungsquoten verfolgen, ist dieses Marktinteresse derzeit das schärfste verfügbare Signal.
Die Whitecaps spielen noch, gewinnen noch und sind technisch noch in Vancouver. Aber die Uhr ihres Mietvertrags tickt weiter – und 100 Gespräche ohne Deal sagen mehr aus als jedes Fan-Banner es kann.