Tailgating im Gillette Stadium zur WM 2026 doch genehmigt
Das Organisationskomitee der WM 2026 in Boston hat diese Woche eine seiner verwirrenderen Entscheidungen rückgängig gemacht und bestätigt, dass Tailgating im Gillette Stadium doch erlaubt sein wird – nachdem den Fans zuvor mitgeteilt worden war, dies sei gemäß FIFA-Richtlinien verboten.
Die ursprüngliche Mitteilung auf der Website des Komitees verwies auf eine turnierweit geltende FIFA-Regel als Begründung. Das kam nicht gut an, zumal Tailgating in den Parkplätzen des Gillette Stadiums vor Spielen der New England Patriots quasi ein religiöses Ritual darstellt. Ein Verbot zur WM bei gleichzeitiger Erlaubnis für NFL-Spiele wirkte genau so widersprüchlich, wie es klingt.
Wie es zur Kehrtwende kam
Ein Sprecher aus Boston erklärte, das Komitee habe nach der negativen Reaktion "Klärung" bei der FIFA eingeholt und festgestellt, dass es keine "Venuebeschränkungen oder lokalen Sicherheitsauflagen" gibt, die Tailgating tatsächlich verbieten würden. FIFA-Quellen, die anonym sprachen, deuteten an, dass der Weltverband stets beabsichtigt habe, mit den örtlichen Behörden auf Venue-für-Venue-Basis zusammenzuarbeiten – was die pauschale Verbotsformulierung auf Bostons Website eher wie ein Kommunikationsfehler als eine Richtlinie aussehen lässt.
"Basierend auf früheren Informationen, die die FIFA an Boston Soccer 2026 kommuniziert hat, war es sowohl unser Verständnis als auch das Verständnis der Austragungsstätte, dass ‚kein Tailgating' eine turnierweit geltende FIFA-Regel sei", erklärte der Sprecher. Der Verweis auf die "FIFA-Richtlinie" wurde mittlerweile stillschweigend von der Website entfernt.
Der Kontrast zu Seattle ist aufschlussreich. Tailgating wird im Lumen Field nicht erlaubt sein – aber dieses Stadion liegt im Stadtzentrum, und dieselbe Regel gilt dort auch während der NFL-Saison. Es handelt sich um eine praktische Beschränkung, nicht um eine ideologische. Das Gillette ist ein Vorstadtstadion, umgeben von Parkplätzen. Es gab nie ein überzeugendes Sicherheitsargument für ein Verbot.
Was das für das Fan-Erlebnis bedeutet
Für ein Turnier, das sich einem amerikanischen Publikum verkaufen will, das bereits mit europäischem Fußball vertraut ist, aber tief mit der amerikanischen Spieltag-Kultur verbunden bleibt, ist dies wichtig. Tailgating ist nicht nur ein Drink vor dem Spiel – es ist die gesamte soziale Struktur rund um den Besuch einer Live-Veranstaltung für Millionen von Fans in diesem Land. Ein Fehler hier wäre ein PR-Alptraum gewesen, den weder die FIFA noch die lokalen Komitees wirklich gebraucht hätten.
Das Komitee kündigte an, dass weitere Fan-Informationen vor dem Turnier mitgeteilt werden. Nach diesem holprigen Start gilt: Je klarer diese Kommunikation ausfällt, desto besser.