Tickets für WM-Finale 2026 für 2,3 Millionen Dollar pro Stück gelistet

Tickets für WM-Finale 2026 für 2,3 Millionen Dollar pro Stück gelistet

"Die Fans sind der Schlüssel", sagte Pep Guardiola. "Der Schlüssel dafür, dass dieses Geschäft weiterläuft." Es ist eine einfache Feststellung – und die FIFA scheint alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sie zu ignorieren.

Vier Tickets für das WM-Finale 2026 im MetLife Stadium sind derzeit auf der offiziellen Wiederverkaufsplattform der FIFA für jeweils 2.299.998,85 Dollar gelistet. Das ist keine private Loge. Kein Catering. Kein Meet-and-Greet. Nur ein Sitzplatz der Kategorie Eins – am nächsten zum Spielfeld, rechts neben einem Tor – wo man die Spieler aus nächster Nähe bewundern, aber Schwierigkeiten haben kann, das Spiel tatsächlich zu verfolgen. Für den Preis von Mohamed Salahs Monatsgehalt bekommt man eine Sicht, die Tausende andere Plätze im selben Stadion ebenfalls bieten.

FIFA steigt ins Schwarzmarkt-Geschäft ein

Dies ist das direkte Ergebnis davon, dass die FIFA zum ersten Mal in der WM-Geschichte den Sekundärmarkt für Tickets umarmt. Lockere Wiederverkaufsvorschriften in den Vereinigten Staaten und Kanada – die zusammen 91 der 104 Turnierspiele ausrichten – erlauben es Verkäufern, Tickets zu jedem beliebigen Preis anzubieten. Die FIFA kassiert 15% vom Verkäufer und 15% vom Käufer bei jeder Transaktion. Wenn tatsächlich jemand dieses 2,3-Millionen-Dollar-Ticket kauft, steckt die FIFA etwa 690.000 Dollar für einen einzigen Sitzplatz ein.

Football Supporters Europe brachte es letztes Jahr auf den Punkt: "Die Tatsache, dass Schwarzmarkthandel legal ist, bedeutet nicht, dass die FIFA zum Schwarzmarkthändler werden muss."

Die Antwort der FIFA war konsistent: Dies sei einfach gängige nordamerikanische Marktpraxis. Ihr Sprecher verwies auf "Branchentrends in verschiedenen Sport- und Unterhaltungssektoren", um den Ansatz zu rechtfertigen. Was technisch gesehen stimmt – und völlig am Punkt vorbeigeht.

Was die Zahlen tatsächlich bedeuten

Niemand kauft das 2,3-Millionen-Dollar-Ticket. Das ist höchstwahrscheinlich ein Platzhalter, um nach einem absurden Angebot zu fischen. Aber der günstigste Platz der Kategorie Eins für das Finale ist immer noch für über 16.000 Dollar gelistet – etwa drei Monatsgehälter für den durchschnittlichen Einwohner New Jerseys. Das entsprechende Ticket für das WM-Finale 2022 in Katar kostete rund 1.600 Dollar. Das ist eine Verzehnfachung in drei Jahren.

Guardiola, einer der wenigen Trainer im Fußball, der bequem mehrere Spiele besuchen könnte, ohne seinen Kontostand zu überprüfen, beschönigte seine Frustration nicht. "Früher, ich erinnere mich an die Weltmeisterschaft – vor vielen, vielen Jahren – war es wie eine Feier der Freude am Fußball für die Nationen, die dort hinreisten. Jeder reiste um die ganze Welt, von anderen Kontinenten, um sein Land dort spielen zu sehen. Und es war erschwinglich."

Er hielt sich mit einer vollständigen Breitseite zurück – "Ich bin nicht dort, also kenne ich den Grund nicht" – aber die Botschaft kam trotzdem an.

Die Weltmeisterschaft wurde 1930 von Jules Rimet konzipiert, einem französischen Diplomaten, der vom Ersten Weltkrieg gezeichnet war und glaubte, dass Fußball Nationen vereinen könne. Seine Philosophie zu finanziellen Verlusten: "niemals tödlich". Die derzeitige FIFA-Führung scheint die gegenteilige Ansicht eingenommen zu haben – dass keine Gewinnchance, egal wie taktlos, ungenutzt bleiben sollte. Ob diese Strategie standhält, wenn sich die Stadien im nächsten Sommer füllen oder nicht füllen, ist die eigentliche Frage, die über New Jersey schwebt.