Mexiko WM-Kader Kontroverse: FMF rudert bei Camp-Plan zurück

"Wir schließen nichts aus", sagte Duilio Davino, Direktor der mexikanischen Nationalmannschaften. Das ist Verbands-Sprech für: Der Plan, den wir vor Monaten verkündet haben, gilt nicht mehr.

So lief es ab. Als Javier Aguirre begann, Spieler zu einem frühen Trainingslager einzuberufen, war die Vereinbarung einfach - verzichte auf die Liga MX-Playoffs, um teilzunehmen, und du stehst im WM-Kader. Spieler und Vereine trafen auf Basis dieses Versprechens Vereinbarungen. Dann tauchten Namen wie Charly Rodríguez und Marcel Ruiz - beide zuvor als nahezu sicher geltend - nicht in der vorläufigen Kaderliste auf, und plötzlich rudert der Verband zurück.

Die Kader-Rechnung geht noch nicht auf

Am 11. Mai muss die FMF eine vorläufige Liste mit bis zu 55 Spielern bei der FIFA einreichen. Aguirre reduziert diese dann bis zum 1. Juni auf den endgültigen Kader. Davino betonte vorsichtig, dass die 20 Spieler, die sich derzeit im Camp befinden, einen Vorteil haben - "dadurch, dass sie hier bei uns sind, früh mit Aguirre arbeiten und in diesen Freundschaftsspielen auflaufen, sind sie einen Schritt voraus." Das ist eine höfliche Art zu sagen, dass das ursprüngliche Versprechen nicht völlig falsch war, nur eben keine Garantie.

Das Problem ist, dass die widersprüchliche Kommunikation genau die Art von Instabilität geschaffen hat, die man acht Wochen vor einer Heim-WM nicht haben will. Spieler hinterfragen ihre Position. Vereine, die Spieler für dieses Camp freigestellt haben, beobachten, wie sich die Torpfosten verschieben. Und mexikanische Fans - bereits nervös wegen El Tris Aussichten - haben nun zusätzlich zu echten sportlichen Bedenken eine Kaderdebatte am Hals.

Mexikos Vorbereitungsprogramm steht fest: Ghana am 22. Mai, Australien am 29. Mai, Serbien am 4. Juni und dann das Turnier-Auftaktspiel gegen Südafrika am 11. Juni. Das sind echte Gelegenheiten, Aguirre unter Druck zu setzen, aber nur, wenn die Spieler, die sich derzeit nicht im Camp befinden, eine faire Chance erhalten, überhaupt auf diese vorläufige 55-Mann-Liste zu kommen.

  • 11. Mai - Vorläufige FIFA-Liste (bis zu 55 Spieler) eingereicht
  • 22. Mai - Mexiko vs. Ghana (Freundschaftsspiel)
  • 29. Mai - Mexiko vs. Australien (Freundschaftsspiel)
  • 1. Juni - Endgültige WM-Kader-Deadline
  • 4. Juni - Mexiko vs. Serbien (Freundschaftsspiel)
  • 11. Juni - WM-Auftaktspiel vs. Südafrika

Der Verband hat dieses Chaos geschaffen, indem er Kaderplätze als Anreize statt als Auswahlentscheidungen behandelte. Jetzt managen sie die Folgen, während sie beteuern, alles sei in Ordnung. Das ist es nicht - und jeder, der Mexikos Vorrunden-Leistung bewertet, sollte berücksichtigen, dass der Kader tatsächlich noch nicht feststeht.