Ancelotti streicht Neymar aus Brasiliens Kader für die WM 2026

Ancelotti streicht Neymar aus Brasiliens Kader für die WM 2026

Carlo Ancelotti hat mehr oder weniger bestätigt, was viele vermutet haben – Neymar ist nicht Teil seiner Pläne für die WM 2026. Nur noch 70 Tage vor dem Turnierstart in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada hat Brasiliens Cheftrainer Berichten zufolge seinen 26-köpfigen Kader finalisiert, und die berühmteste Nummer 10 des Landes steht nicht darauf.

Laut ESPN sind 24 dieser 26 Plätze bereits fix vergeben. Um die verbleibenden zwei kämpfen Lucas Paquetá, Endrick und Igor Thiago. Neymar ist nicht einmal Teil dieser Diskussion.

Die Verletzungshistorie macht die Entscheidung leicht

Ancelotti und die CBF waren in einem Punkt durchweg konsequent: Neymar muss zu 100 Prozent fit sein, um eine Nominierung zu verdienen. Das ist er nicht ansatzweise. Sein letzter Einsatz für die Seleção war am 17. Oktober 2023 – ein südamerikanisches Qualifikationsspiel gegen Uruguay – als er sich einen Kreuzbandriss zuzog. Seit seiner Rückkehr zu Santos im Januar 2025 bringt er es auf gerade einmal fünf Vereinseinsätze. Fünf.

Das ist kein Fitness-Problem. Das ist ein Spieler, dessen Körper sich wiederholt geweigert hat, mit seinen Ambitionen zu kooperieren. Mit 34 Jahren, einer Knierekonstruktion in der jüngeren Vergangenheit und einer Muskelverletzung, die ihn bei den jüngsten Freundschaftsspielen gegen Frankreich und Kroatien außer Gefecht setzte, war eine Nominierung von Anfang an schwer zu rechtfertigen.

Ancelottis Antwort darauf war, ein Team aufzubauen, das keinen Retter braucht. Der Ansatz ist kollektiv, flexibel und auf eine jüngere Generation ausgerichtet – nicht auf die Mythologie eines einzelnen Mannes. Es ist eine bewusste Kursänderung – und aus Sicht der Kadertiefe und Taktik vertretbar.

Die Debatte um sein Erbe wird nicht leise verstummen

Nicht jeder ist mit der Entscheidung einverstanden. Mourinho, Romario, Ronaldo Nazário und Cafú haben alle ihre Überraschung geäußert. Selbst Rodrygo und Vinícius Jr. – die beiden Spieler, die Brasiliens Offensivkraft am ehesten tragen werden – haben sich für Neymar ausgesprochen. Diese Art interner Unstimmigkeiten ist erwähnenswert, wenn sich das Turnier nähert.

Brasiliens Quoten auf den WM-Titel werden sich durch diese Nachricht nicht dramatisch verschieben – der Kader hat auch ohne ihn genug Qualität – aber der Wettmarkt für den Torschützenkönig und den Durchbruchsspieler des Turniers ist gerade deutlich interessanter geworden. Endrick und Vinícius sind jetzt die Namen, die man im Auge behalten sollte, nachdem die alte Garde ausgemustert wurde.

Sollte Ancelotti bei dieser Entscheidung bleiben, schließt das ein Kapitel einer der talentiertesten und verletzungsgeplagtesten Nationalmannschaftskarrieren in der Geschichte des brasilianischen Fußballs. Neymar beendet seine Laufbahn als Brasiliens Rekordtorschütze mit 79 Toren. Die Chance, diese Zahl auf der größten Bühne zu erhöhen, wird er nicht mehr bekommen.