WM 2026: Ticket für 3 Millionen Dollar für Kolumbien gegen Kongo gelistet
Nicht das Finale. Nicht ein Halbfinale. Ein Sitzplatz der Kategorie 3 im oberen Rang des Akron-Stadions für ein Gruppenspiel zwischen Kolumbien und Kongo – gelistet für 3,05 Millionen Dollar auf FIFAs offiziellem Wiederverkaufsmarktplatz.
Patrick McDermot stieß aus Neugier auf das Angebot, während er die Plattform durchstöberte, und teilte es mit dem Football Ramble Podcast. Moderator Jim Campbell brachte es auf den Punkt: "Was daran besonders empörend ist: Dies ist auf FIFAs offiziellem Wiederverkaufsportal und sie kassieren 15 Prozent sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer. Das ist eine Menge Kohle."
FIFA kassiert also bei einem 3-Millionen-Dollar-Ticket für ein Gruppenspiel auf beiden Seiten mit. Das System funktioniert genau so, wie es konzipiert wurde.
Dynamische Preisgestaltung völlig außer Kontrolle
Der Mechanismus dahinter ist FIFAs dynamisches Preismodell, das es ermöglicht, dass Wiederverkaufspreise basierend auf der Nachfrage in die Höhe schießen. Theoretisch ist das ein gängiges Marktinstrument. In der Praxis entstehen dadurch Angebote wie dieses – ein Platz weit oben für ein Gruppenspiel am 23. Juni in Gruppe K, das teurer ist als die meisten Transfersummen in der Premier League.
Zum Vergleich: Bei der WM 2022 in Katar kostete ein Gruppenspiel-Ticket der Kategorie 1 etwa 220 Dollar. Die offizielle Obergrenze für Finale-Tickets bei diesem Turnier sollte bei 1.550 Dollar liegen. Dieses Versprechen hat sich als hinfällig erwiesen. Finale-Tickets auf demselben Wiederverkaufsportal werden derzeit für 3.500 bis 9.000 Dollar angeboten – und vier Tickets der Kategorie 1 für das Finale sind jeweils für 2.299.998,85 Dollar gelistet.
Nahezu alle sechs Millionen Tickets für das 104-Spiele-Turnier wurden verkauft, seit FIFA im letzten Monat den Last-Minute-Verkauf eröffnete. Der Wiederverkaufsmarktplatz bleibt bis zum Tag des Finals am 19. Juli aktiv für alle, die noch kurzfristig Tickets suchen.
Was das für Fans bedeutet, die tatsächlich teilnehmen wollen
Realistisch betrachtet ist das 3-Millionen-Dollar-Angebot mit ziemlicher Sicherheit ein Platzhalter oder ein Troll-Eintrag – niemand zahlt das für einen Platz im oberen Rang bei einem Gruppenspiel. Aber die Tatsache, dass es auf FIFAs eigener offizieller Plattform existieren kann und dem Verband einen potenziellen Gewinn von 15% einbringt, sagt viel darüber aus, wie die kommerzielle Infrastruktur des Turniers aufgebaut ist.
Jeder, der noch auf Ticketsuche ist, sollte den Wiederverkaufsmarktplatz als langfristiges Spiel betrachten. Die Preise tendieren dazu zu fallen, je näher der Spieltag rückt und Verkäufer nervös werden, auf unverkauften Tickets sitzen zu bleiben. Die Schnäppchen – soweit es sie gibt – kommen spät.
FIFA kassiert so oder so mit.