Ronny Deila wegen sexueller Belästigung in Tel Aviv untersucht
"Ich erinnere mich nicht an die Details des Vorfalls, da ich zu viel getrunken hatte." Das ist die Stellungnahme, die Ronny Deila gegenüber israelischen Medien abgegeben hat, nachdem er von der Polizei in Tel Aviv befragt wurde, weil er angeblich in den frühen Morgenstunden des Donnerstags eine Taxifahrerin sexuell belästigt haben soll.
Der 50-jährige Trainer von Maccabi Tel Aviv wurde Berichten zufolge nach einer am Wochenende eingereichten Beschwerde vernommen. Die israelische Polizei bestätigte, dass ein ausländischer Staatsangehöriger gleichen Alters, der lediglich als leitender Trainer eines Erstligaklubs beschrieben wurde, unter Auflagen freigelassen wurde. Die Details passen eindeutig auf Deila.
Die Entschuldigung verfehlt ihr Ziel
Seine Stellungnahme gegenüber N12 macht die Runde: Er entschuldigt sich "aufrichtig und von ganzem Herzen" bei der Fahrerin, bei den Vereinsmitgliedern, bei den Fans. Er sagt, das Verhalten entspreche nicht seinen Werten. Er übernehme Verantwortung. Alle richtigen Worte, in der richtigen Reihenfolge formuliert.
Aber den Vorfall damit zu umschreiben, dass er sich nicht erinnere – weil er getrunken habe – ist nicht ganz dasselbe wie einzugestehen, was gesagt wurde. Da klafft eine Lücke, und die Menschen werden sie bemerken.
Dies ist auch nicht das erste Mal, dass Deilas Name in Verbindung mit einem Vorfall außerhalb des Spielfelds in Tel Aviv auftaucht. Im vergangenen Monat wurde berichtet, dass er aus einer Bar mit Berlin-Thematik geworfen worden sei, nachdem er angeblich Personal beleidigt hatte, das sich weigerte, ihn zu bedienen. Die Polizei wurde gerufen. Der Bar-Manager widersprach der Geschichte später vollständig und sagte, Deila habe sich gut benommen und nichts dergleichen sei vorgefallen. Es wurde keine Anklage erhoben.
Was das für Maccabi Tel Aviv bedeutet
Deila übernahm Maccabi Tel Aviv erst im Februar, mit der Rangers- und Schottland-Legende Kenny Miller als Assistenztrainer an seiner Seite. Es war eine Ernennung, die Aufsehen erregte – Deilas letzter Trainerjob auf höchstem Niveau vor Israel war beim New York City FC – und die Aufmerksamkeit auf ihn war von Anfang an groß.
Ein Trainer, der unter aktiver polizeilicher Untersuchung steht und unter Auflagen freigelassen wurde, ist eine Ablenkung, die kein Verein mitten in der Saison haben möchte. Maccabi Tel Aviv ist eine der größten Institutionen des israelischen Fußballs, und ihre Chancen auf einen Titelkampf werden jedes Mal trüber, wenn eine solche Geschichte auftaucht.
Deila gewann zwei schottische Meistertitel und einen Ligapokal bei Celtic. Das ist sein professionelles Kapital. Im Moment wird es für etwas ausgegeben, das völlig unabhängig vom Fußball ist.