Fabregas liebäugelt mit Premier League, verpflichtet sich aber Como-Projekt

"Die Premier League ist die beste Liga der Welt. Das habe ich immer sehr, sehr deutlich gemacht." Cesc Fabregas sagte es dem Daily Telegraph ganz offen, und niemand, der seine Spielerkarriere verfolgt hat, würde widersprechen. Die Frage ist, ob die Vereine, die diesen Sommer um seine Unterschrift buhlen – sehr wahrscheinlich Chelsea darunter – diese Bewunderung in Taten umsetzen können.

Das können sie wahrscheinlich nicht. Noch nicht.

Was Fabregas bei Como tatsächlich aufgebaut hat

Vor zwei Saisons war Como noch ein Serie-B-Verein. Jetzt stehen sie mit 62 Punkten auf dem fünften Platz der Serie A, haben drei Spiele übrig und eine echte Chance, Juventus (65 Punkte, Vierter) zu überholen und erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions League zu erreichen. Das ist keine Feel-Good-Story. Das ist eine Trainerleistung, die in eine Fallstudie gehört.

Fabregas übernahm einen Verein ohne Erstliga-Erfahrung seit über zwei Jahrzehnten und verwandelte ihn im zweiten Jahr in einen europäischen Anwärter. Im ersten Jahr wurden sie Zwölfter. Im zweiten Jahr kämpfen sie um die Champions League. Die Entwicklung ist so steil, dass ein Weggang jetzt bedeuten würde, etwas wirklich Unvollendetes zurückzulassen.

Und er weiß es. José Mourinho sagte ihm offenbar während seiner Zeit bei Chelsea: "Ich habe noch 30 Jahre zu arbeiten. Also könnte ich 10 Jahre hier sein, und du kannst in 12, 15 Jahren immer noch in die Premier League gehen." Diese Art von langfristigem Denken – ausgerechnet von Mourinho – scheint hängengeblieben zu sein.

Chelseas Timing könnte nicht schlechter sein

Chelsea ist derzeit beim dritten Trainer der Saison, nachdem Enzo Maresca im Januar entlassen und kurz darauf auch von Liam Rosenior getrennt wurde. Sie werden im Sommer ein weites Netz auswerfen, und Fabregas' Geschichte mit dem Verein macht ihn zu einem naheliegenden Namen auf der Liste. Aber die Ironie ist, dass der Rat, den ihm ein ehemaliger Chelsea-Trainer gab, genau das ist, was ihn fernhält.

Jeder, der Quoten für den nächsten Como-Trainer berechnet oder die Europa-League-Siegquoten für die nächste Saison verfolgt, sollte berücksichtigen, dass Fabregas nirgendwo hingeht. Das Projekt hat Schwung, der Verein hat Zuversicht, und der Verantwortliche hat eine von Mourinho gebilligte Philosophie über Geduld.

"Fußball ist so unberechenbar, er ändert sich in einer Sekunde", sagte Fabregas. "Lasst uns den Moment genießen."

Im Moment läuft es in der Lombardei sehr gut. Die Premier League wird warten müssen.