Fabregas über Conte, Wenger und seine Trainingsphilosophie bei Como

"Die größten Kapitel handeln wahrscheinlich von Arsene, weil alles neu war, und von Conte, weil er für mich ein großer Schock war. Alles war anders." Das ist Cesc Fabregas - 39 Jahre alt, seit 18 Monaten Trainer bei Como - der über die Trainer reflektiert, die ihn geprägt haben, und man hört die Bedeutung hinter beiden Namen.

Der Kontext ist hier wichtig. Fabregas und Conte standen sich am vergangenen Wochenende beim 0:0-Unentschieden zwischen Como und Neapel gegenüber - das erste Mal auf verschiedenen Seiten der Seitenlinie seit ihren zwei gemeinsamen Jahren beim FC Chelsea. Es ist eine seltsame Wendung: Der Spieler, dem Conte einst genau diktierte, wohin er den Ball zu passen hatte, sitzt nun in der gleichen Trainerbank wie er.

Ein kleines schwarzes Notizbuch und eine sehr klare Identität

Fabregas begann im Alter von 22 Jahren Notizen über das Coaching zu machen, bevor er Arsenal in Richtung Barcelona verließ. Jeder Trainer, jede Trainingseinheit, jede Idee, die es wert war, übernommen zu werden - alles wurde festgehalten. Wenger bekam die meisten Seiten. Conte lieferte die meisten Überraschungen.

"Es war das erste Mal, dass mir jemand sagte, wohin ich den Ball passen muss", sagte er über seine Zeit unter dem Italiener. Hohes Lob, verpackt in leichte Verblüffung. Contes Methoden waren ein Systemschock - aber Fabregas nahm sie auf, und Conte lernte schließlich, ihm zu vertrauen.

Was aus diesem Interview am deutlichsten hervorgeht, ist, dass Fabregas kein Interesse daran hat, pragmatisch um der Pragmatik willen zu sein. "Wenn ich nur trainieren würde, um Ergebnisse zu erzielen, würde ich es nicht tun", sagte er Telegraph Sport. "Ich liebe das Spiel." Lange Bälle, zweite Bälle - das interessiert ihn nicht. Es ist eine Position, die in der ewigen Debatte des italienischen Fußballs zwischen Giochisti und Risultatisti für hochgezogene Augenbrauen sorgen könnte, aber er pflanzt seine Flagge fest im ersten Lager.

Ob Comos Ergebnisse ihn über eine komplette Serie-A-Saison unterstützen, wird der wahre Test dieser Überzeugung sein. Sie sind keine Weltklasse, und schön zu spielen in der unteren Tabellenhälfte der Serie A birgt Risiken. Ihre Chancen auf den Klassenerhalt hängen davon ab, wie gut er seine Philosophie in Punkte umsetzen kann.

Wenger schaut immer noch zu

Der emotionale Kern von all dem? Arsene Wenger. Der ehemalige Arsenal-Trainer - der zusammen mit Thierry Henry tatsächlich im Stadion von Como war - schreibt Fabregas nach Spielen Nachrichten. Bei Siegen, Niederlagen, guten Leistungen. Er ist immer noch dabei.

"Er gibt mir viel Mut", sagte Fabregas. Für einen Ersttrainer, der mit 39 Jahren die Serie A navigiert, ist das nicht nichts.