Iran und FIFA treffen sich vor dem 20. Mai wegen Plänen für die Weltmeisterschaft
"In Kanada fragten sie uns: 'Sind Sie Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarden?' Wir sagten ihnen: 'Im Iran sind wir 90 Millionen IRGC.'" Das ist Irans Fußballchef Mehdi Taj, der sich äußerte, nachdem er diese Woche praktisch am Flughafen Toronto abgewiesen wurde. Das sagt alles über die Art von Turniervorbereitung, durch die der Iran gerade navigieren muss.
Die FIFA hat dem Iran eine Frist bis zum 20. Mai gesetzt, um sich in ihrem Hauptquartier in Zürich zu treffen – drei Wochen bevor die Mannschaft auf US-amerikanischem Boden erwartet wird. Taj bestätigte, dass Gespräche unmittelbar bevorstehen, und beschrieb die Tagesordnung schlicht als "viele zu besprechende Themen". Das ist eine erhebliche Untertreibung.
Was tatsächlich auf dem Spiel steht
Irans Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft ist seit den Militärschlägen der USA und Israels gegen das Land am 28. Februar ernsthaft ungewiss. Die iranische nationale Liga wurde in der Folge eingestellt und hat nicht wieder begonnen. Die Nationalmannschaft trainiert in der Türkei – keine gerade standardmäßige WM-Vorbereitung – und ihr höchster Offizieller konnte gerade nicht am jährlichen FIFA-Kongress teilnehmen, weil kanadische Behörden ihn zwei Stunden lang am Flughafen festhielten, bevor seine Delegation sich entschied umzukehren.
Und doch stand FIFA-Präsident Gianni Infantino in Vancouver auf – mit dem Iran als einzigem abwesenden Verband von 211 Mitgliedern – und bestand darauf, dass das Team wie geplant teilnehmen werde. Donald Trump unterstützte das vom Weißen Haus aus: "Wenn Gianni es gesagt hat, bin ich einverstanden."
Das ist politische Rückendeckung, aber keine Logistik. Die Mannschaft soll ihr Quartier in Tucson, Arizona aufschlagen, mit Gruppenspielen gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten zwischen dem 15. und 26. Juni – die ersten beiden im SoFi Stadium in Inglewood, das dritte im Lumen Field in Seattle. Sollten sie als Gruppenzweite weiterkommen, könnten sie am 3. Juli im Achtelfinale in Dallas auf die Vereinigten Staaten treffen. Allein der Spielplan liest sich wie ein geopolitischer Stresstest.
Die Wettlage ist aus gutem Grund unklar
Gruppe G sieht auf dem Papier für den Iran machbar aus – Neuseeland und Ägypten sind keine Elite-Gegner, und Belgiens Kader ist erheblich gealtert. Unter normalen Umständen wäre Irans Weiterkommen aus dieser Gruppe eine vernünftige Wette zum richtigen Preis. Derzeit ist nichts an ihrer Vorbereitung normal. Seit Monaten kein Ligafußball, Trainingslager im Exil, und ihr Verbandschef kann nicht einmal ins Gastgeberland für ein Vorturnier-Treffen einreisen.
Jeder Kurs auf den Iran in den Gesamt- oder Gruppenmärkten muss diesen Kontext berücksichtigen. Die Unsicherheit ist nicht nur politisches Rauschen – sie hat direkte Konsequenzen für die Schärfe der Mannschaft und die Vorbereitungszeit. Taj selbst deutete an, dass das Team diesen Monat möglicherweise erneut in die Türkei zurückkehren wird, nur um weiter zu trainieren. Für eine Mannschaft, deren nationale Saison seit Februar ausgesetzt ist, zählt Kontinuität mehr als normalerweise.
Das Treffen am 20. Mai in Zürich wird uns viel verraten. Wenn es klare Vereinbarungen über Visazugang und Reiselogistik hervorbringt, verdienen Irans Quoten einen zweiten Blick. Wenn nicht, werden die Fragen nur lauter.