Neymar wegen Frauenfeindlichkeit nach Schiedsrichter-Kommentaren angeklagt
"Er will der Star des Spiels sein... zeigt keinen Respekt gegenüber den Spielern, will nicht reden." Das sagte Neymar, nachdem Santos Remo mit 2:0 besiegt hatte. Es war Standard-Frust nach dem Spiel – bis er weiterredete.
Der Satz, der folgte, ließ alles eskalieren. Im brasilianischen Portugiesisch trägt der von Neymar verwendete Ausdruck eine Bedeutung, die mit der Menstruation verbunden ist – er deutete im Wesentlichen an, dass Schiedsrichter Savio Pereira Sampaio "seine Periode haben müsse". Die Empörung war sofort und landesweit.
Ein kultureller Streitpunkt, nicht nur ein Versprecher
Eine biologische Eigenschaft, die mit Frauen assoziiert wird, als Pointe für eine Beleidigung zu verwenden, ist nicht nur plump. Im Kontext des brasilianischen Fußballs – einem Sport, der immer noch damit ringt, wie er Frauen auf und neben dem Platz behandelt – wirkte es genau wie die Art von Sprache, die den Fortschritt zurückwirft. Die sozialen Medien reagierten schnell. Große brasilianische Medien noch schneller. Innerhalb weniger Stunden war der Kommentar zur Schlagzeile geworden.
Was dies für Neymar besonders unangenehm macht, ist das Timing. Er arbeitet seit Jahren an der Rehabilitation seines Images – Verletzungen, Transfers, Boulevardlärm – und Santos stellt eine Chance dar, auf vertrautem Boden wieder aufzubauen. Ein 2:0-Sieg hätte ein Schritt in die richtige Richtung sein sollen. Stattdessen spricht niemand über das Ergebnis.
Seine Kritiker haben auf das Offensichtliche hingewiesen: Neymar ist eine der bekanntesten Sportfiguren Brasiliens, Vater und Vorbild für Millionen junger Fans. Dieser Einfluss lässt sich nicht abschalten, weil ihn ein Schiedsrichter in der 80. Minute verärgert hat.
Keine Entschuldigung, keine Klarstellung – und das ist das eigentliche Problem
Bis jetzt hat Neymar weder eine formelle Entschuldigung noch eine Klarstellung abgegeben. Dieses Schweigen ist eine bewusste Entscheidung, und es ist eine, die die Geschichte am Leben hält. Ob die brasilianischen Fußballbehörden disziplinarische Maßnahmen ergreifen, wird teilweise davon abhängen, ob er sich öffentlich dazu äußert – und wie.
Für Santos ist dies ein Ärgernis, den sie nicht brauchen. Ein Verein, der versucht, um seinen zurückgekehrten Star herum aufzubauen, sieht sich stattdessen gezwungen, eine PR-Situation zu managen, die nichts mit Fußball zu tun hat.
Auf dem Platz hat Neymar es immer noch drauf. Das Problem war immer alles andere – und im Moment gewinnt alles andere.