Messi von britischen Fans zur größten amerikanischen Sportikone gewählt
Lionel Messi hat Michael Jordan in einer Umfrage geschlagen. Nicht auf dem Platz – sondern in den Köpfen von 1.000 britischen Fans amerikanischer Sportarten. Der Stürmer von Inter Miami wurde zur größten Ikone in der Geschichte des US-Sports gewählt. Jordan und Tom Brady folgten dahinter, konnten aber einen Mann nicht verdrängen, der erst im Juli 2023 nach Florida kam.
Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis. Jordan baute seine Legende über Jahrzehnte auf. Brady gewann sieben Super Bowls. Messi ist seit weniger als zwei Jahren in Amerika und rangiert in den Augen der Briten bereits über beiden. Das sagt weniger darüber aus, was Messi in den USA nicht getan hat, als vielmehr über das Gewicht, das er weltweit mitbringt – eine Reputation, die so gewaltig ist, dass sie sich am Flughafen nicht zurücksetzt.
Warum britische Fans das Interesse an der MLS treiben
Die von der Fan-Engagement-Plattform Chiliz in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass 85% der britischen Fans sagten, einzelne Spieler hätten ihr Interesse an US-Sport erstmals geweckt. Das ist der Messi-Effekt in Datenform. Es erklärt auch, warum die MLS (18%) nur einen Prozentpunkt hinter der NFL (19%) als meistverfolgte US-Liga unter britischen Fans lag – etwas, das vor seinem Wechsel nach Miami undenkbar gewesen wäre.
David Beckham erschien ebenfalls in den Top 30, was passend ist, da er nun MLS-Eigentümer ist. Kobe Bryant, LeBron James, Patrick Mahomes, Travis Kelce und Shaquille O'Neal vervollständigten eine Liste, die stark zu Persönlichkeiten statt Franchises tendiert.
Diese Persönlichkeiten-zentrierte Dynamik hat reale Konsequenzen. 43% der Fans gaben zu, dass sie das Team wechseln würden, wenn ihr Lieblingsspieler ginge – bei den 18- bis 24-Jährigen sprang dieser Wert auf 77%. Mit anderen Worten: Jüngere britische Fans bauen keine lebenslangen Bindungen zu den Chiefs oder den Lakers auf. Sie folgen Messi, und wenn Messi wechselt, wechseln sie auch. Jeder, der die MLS-Cup-Quoten von Inter Miami bewertet, sollte diese Fanbasis-Loyalität – und ihre Grenzen – im Hinterkopf behalten.
Die Hürden sind nicht verschwunden
Trotz der Begeisterung nennt die Hälfte der britischen Fans Zeitzonen als größtes Hindernis beim Verfolgen von US-Sport, wobei Abo-Gebühren für 32% ein Problem darstellen. YouTube (60%), Instagram (39%) und X (38%) sind die Orte, an denen das meiste Engagement tatsächlich stattfindet – Live-TV ist immer noch die Präferenz für 61%, aber Kurzform-Inhalte holen mit 51% schnell auf.
Mehr als zwei Drittel der Fans haben bereits die Reise in die Staaten für ein Live-NFL- oder NBA-Spiel gemacht, weitere 23% planen dies. Der Appetit ist eindeutig da. Die Infrastruktur, um gelegentliches Interesse in engagierte Fankultur zu verwandeln – über Zeitzonen, Bezahlschranken und zersplitterte Streaming-Rechte hinweg – holt noch auf.
Wie Chiliz-CEO Alexander Dreyfus es formulierte: "Fans sind die Wertschöpfer im Sport, einer Industrie, die auf eine Bewertung von 1 Billion Dollar zusteuert." Ob Ligen auf dem Messi-Fenster aufbauen können, bevor es sich schließt, ist die eigentliche Frage.