James Rodriguez mit schwerer Dehydrierung hospitalisiert

James Rodriguez hatte nicht nur einen schwierigen Nachmittag gegen Frankreich. Der kolumbianische Kapitän wurde anschließend mit schwerer Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert und verbrachte 72 Stunden unter klinischer Überwachung, bevor er zur Genesung nach Minnesota zurückkehrte.

Der kolumbianische Fußballverband bestätigte die Krankenhauseinweisung am Donnerstag und betonte ausdrücklich, dass der Vorfall "nicht mit muskuloskelettalen Verletzungen zusammenhängt und nicht mit der Ausübung seiner fußballerischen Aktivitäten verbunden ist." Das wirft eigene Fragen auf – wenn es nicht am Fußball lag, was hat es dann verursacht? Dazu schweigt der Verband.

Ein Fitnessbild, das seit Monaten undurchsichtig ist

Rodriguez hat seit seinem Wechsel zu Minnesota United im Februar ganze 39 Minuten Vereinsfußball gespielt. Neununddreißig. Cheftrainer Nestor Lorenzo ließ ihn trotzdem im Freundschaftsspiel gegen Kroatien beginnen und setzte ihn dann erneut für 63 Minuten gegen Frankreich ein – ein Spiel, das Kolumbien mit 1:3 verlor und in dem Rodriguez träge und unverbunden wirkte, bevor er ausgewechselt wurde. Die Kritik an Lorenzo, einen untervorbereiteten 34-Jährigen in zwei aufeinanderfolgenden Vorbereitungsspielen einzusetzen, ist nicht unbegründet. Dieses Ergebnis macht es schwieriger, ihn zu verteidigen.

Minnesota United bestätigte, dass er sich erholt, und teilte mit, dass seine Verfügbarkeit für das Wochenendspiel gegen LA Galaxy am Freitag bekannt gegeben werde. Angesichts der Umstände ist dieses Update wahrscheinlich nicht positiv.

Kolumbiens WM-Gruppe – Portugal, DR Kongo und Usbekistan – ist keine leichte Auslosung. Portugal allein wird einen funktionsfähigen, fitten Rodriguez erfordern, wenn Kolumbien weiterkommen will. Er ist der Spieler, um den Lorenzo den Angriff aufbaut. Er ist aber auch momentan ein Spieler, der kaum mit seinem Verein trainiert hat und gerade drei Nächte in einem Krankenhausbett verbracht hat.

Das WM-Bild

Rodriguez war der Torschützenkönig der WM 2014. Er hat über 100 Länderspiele für Kolumbien absolviert und soll sie in diesem Sommer als Kapitän anführen. Das Turnier wartet nicht darauf, dass jemand seine Spielminuten aufholt, und Kolumbiens Auftaktspiele rücken schnell näher.

Ob dieser Dehydrierungsvorfall dauerhafte körperliche Auswirkungen hat, bleibt unklar. Was bereits klar ist: Seine Vorbereitung auf das größte Turnier seiner verbleibenden Karriere wurde bestenfalls massiv gestört. Kolumbiens Chancen in Gruppe K sind nun etwas schwieriger mit Zuversicht zu bewerten.

Der Verband sagt, er werde sich erholen. Die Frage ist, wie viel Zeit noch bleibt, um ihn tatsächlich fit zu machen.