Pulisic unter Druck & Italien verpasst erneut die WM
Christian Pulisic soll das Gesicht des amerikanischen Fußballs sein. Im Moment sieht er eher aus wie ein Fragezeichen mit Schienbeinschonern.
Ein Formtief auf Vereinsebene hat sich auf die Nationalmannschaft übertragen, und mit einer Heim-Weltmeisterschaft am Horizont könnte das Timing nicht schlechter sein. Die unbequeme Wahrheit ist, dass die Obergrenze der USMNT im Jahr 2026 stark davon abhängt, welche Version von Pulisic auftaucht – der Spieler, der wie ein echter Unterschiedsspieler aussieht, oder derjenige, der verschwindet, wenn die Bühne am größten wird. Beide Versionen haben existiert, und niemand kann sich vollständig sicher sein, welche erscheint, wenn es darauf ankommt.
Sein Wettwert als herausragende offensive Bedrohung der USMNT wirkt wackeliger als noch vor sechs Monaten. Das ist kein Pessimismus – das ist Mustererkennung.
Italiens Qualifikationsdesaster, Iraks bemerkenswerte Rückkehr
Auf der anderen Seite des Atlantiks haben die Italiener das Undenkbare geschafft. Schon wieder. Die Azzurri sind aus der WM-Qualifikation ausgeschieden und verpassen ein weiteres Turnier in einem Scheitern, das immer schwerer als Pech abzutun ist. Die Fragen zur Struktur des italienischen Fußballs, seiner Nachwuchsförderung und seiner taktischen Identität werden nicht leiser – sie werden mit jedem Zyklus lauter.
Die Kehrseite dieses Chaos? Irak. Nach 40-jähriger Abwesenheit sind sie zurück bei der Weltmeisterschaft. Vierzig Jahre. Das ist nicht nur eine Wohlfühlgeschichte – es ist eine der wirklich fesselnden Geschichten, die der globale Fußball einmal pro Generation hervorbringt. Auch Kongo und Schweden haben Qualifikationsläufe hingelegt, die es wert sind, gefeiert zu werden, und zusammengenommen lieferten diese Playoffs ein anständiges Argument dafür, dass das erweiterte WM-Format tatsächlich wie beabsichtigt funktioniert: mehr Nationen, mehr Geschichten, mehr echtes Drama.
Was USMNT-Fans wirklich fragen
Die Fan-Diskussion rund um die USMNT ist derzeit zwischen vorsichtigem Optimismus und berechtigter Angst gespalten. Aufstellungsdebatten, WM-Erwartungen und die wiederkehrende Pulisic-Frage dominieren die Supporter-Diskussionen – und ehrlich gesagt ist die Panik in einigen Kreisen nicht völlig ungerechtfertigt.
Eine Heim-Weltmeisterschaft bringt Wohlwollen und Lärm von den Rängen. Sie behebt aber nicht einen Starspieler, der sich nicht konstant durchsetzen konnte. Die USA haben Zeit, das zu klären, aber nicht unbegrenzt Zeit.