Pogba: Bruno Fernandes wäre bei City Ballon d'Or-Anwärter

"Setzt ihn bei City ein, und er ist unter den Top 3 für den Ballon d'Or." Paul Pogba hat im Podcast von Rio Ferdinand kein Blatt vor den Mund genommen – er hat einfach ausgesprochen, was viele seit Jahren denken.

Es ist ein zweischneidiges Kompliment, gewiss, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Bruno Fernandes hat den Großteil seiner Karriere bei Manchester United damit verbracht, einen Klub zu stützen, der nicht annähernd um die Dinge konkurriert hat, die für die Ballon-d'Or-Wähler zählen. Trophäen. Champions-League-Erfolge. Titelrennen. United hat ihm von alledem nichts konstant geboten. Er hat einen FA Cup und einen Carabao Cup gewonnen. Das war's.

Zwei Assists von der Geschichte entfernt

Was er trotz alledem geschafft hat, sind 18 Premier-League-Assists in dieser Saison – bereits mehr als David Beckhams Klubrekord von 15 aus der Saison 1999/2000, und jetzt nähert er sich der ewigen Premier-League-Bestmarke, die Thierry Henry und Kevin De Bruyne gemeinsam halten. Zwei weitere egalisieren den Rekord. Drei brechen ihn. Mit fünf verbleibenden Spielen ist dieser Rekord wirklich greifbar.

Er wurde in dieser Saison außerdem der zweitschnellste Spieler, der 200 Torbeteiligungen in der Geschichte von Manchester United erreicht hat. Mit 31 Jahren ist dies wohl seine beste individuelle Saison im roten Trikot – was viel aussagt, wenn man bedenkt, wie konstant er dieses Team in den letzten fünf Jahren getragen hat.

Die Verpflichtung von Michael Carrick als Trainer hat offensichtlich geholfen. Die gesamte Mannschaft wirkt wiederbelebt, und Fernandes im Besonderen hat schärfer und entschlossener gewirkt als im Chaos, das dieser Phase vorausging. Wenn der Assist-Markt bei United ohnehin schon attraktiv war, macht die Tatsache, dass er nun mit vollem Schwung einen historischen Rekord jagt, ihn noch interessanter.

Das Problem der falschen Ära

Pogba hat auch einen Punkt angesprochen, der mehr als nur einen Soundbite verdient: "Fußballer werden verstehen, dass dieser Typ ein Spitzenspieler ist." Diese Unterscheidung – Respekt von Kollegen versus Anerkennung auf der großen Bühne – fasst im Grunde Fernandes' gesamte Zeit bei United zusammen.

Er wird vielleicht nie als einer der größten Spieler des Klubs aller Zeiten genannt werden, aber das ist eher ein Urteil über das Umfeld um ihn herum als über das, was er tatsächlich geleistet hat. In einer anderen Ära, mit einem stabilen Trainer und einem Kader, der auf Wettbewerb ausgelegt ist, sähe das Gespräch ganz anders aus.

Vorerst ist er zwei Assists davon entfernt, Premier-League-Geschichte zu schreiben. Das ist die Geschichte. Ob ihm irgendjemand dafür Anerkennung zollt, ist eine ganz andere Frage.