Arsenals späte Saison-Einbrüche: Mythos vs. Realität

Sechs Punkte. Ein Nachholspiel für City. Und eine Niederlage in Bournemouth, die noch immer schmerzt. Der Sonntags-Trip zum Etihad ist nicht nur ein Fußballspiel — es ist ein Referendum darüber, ob dieses Arsenal-Team die Nerven behält, wo frühere Versionen scheiterten.

Der Vorsprung an der Tabellenspitze sieht auf dem Papier komfortabel aus. Arsenal führt die Premier League seit September an. Doch Citys 3:0-Sieg am letzten Wochenende, kombiniert mit Arsenals Niederlage in Bournemouth, schrumpfte ein einst gesünderes Polster. Ein Sieg am Sonntag und City ist punktgleich mit einem Nachholspiel in der Hinterhand. Die Ausrichtung des Titelrennens ändert sich komplett.

Hinzu kommen die Niederlage im Carabao-Cup-Finale gegen City, das FA-Cup-Aus gegen Southampton im Viertelfinale und eine flache — wenn auch letztlich erfolgreiche — Champions-League-Vorstellung gegen Sporting. Die Fragen sind nicht unberechtigt. Ist dies ein weiteres Arsenal-Schwächeln?

Zwei echte Einbrüche, zwei falsch gedeutete Saisons

Das 'Arsenal versagt immer'-Narrativ wird so oft wiederholt, dass es sich wie eine Tatsache anfühlt. Die tatsächliche Bilanz ist nuancierter — aber auch nicht gänzlich schmeichelhaft.

2022-23 war der echte Einbruch. Fünf Punkte Vorsprung bei noch elf Spielen, dann eine 1:4-Klatsche gegen City, die Guardiolas Team das Momentum gab, das sie nie mehr hergaben. City holte 31 Punkte aus den letzten 12 Spielen. Arsenal holte 21. Das ist kein knapper Fehlschlag — das ist ein Zusammenbruch.

2024-25 qualifiziert sich ebenfalls. Keine einzelne katastrophale Woche, aber ein allmählicher Kontrollverlust, der Liverpool erlaubte, am Ende 10 Punkte vorzulegen. Die Wunden waren selbst zugefügt, einschließlich einer Heimniederlage gegen Bournemouth im Mai, die symbolisch für die gesamte Saisonendphase wurde.

Die anderen beiden Saisons, die oft genannt werden? Weniger eindeutig. In 2023-24 war Arsenal bis zum letzten Spieltag dabei — City gewann mit zwei Punkten Vorsprung, und beide Teams gewannen ihre letzten fünf Spiele. Das ist kein Arsenal-Zusammenbruch; das ist City, das im entscheidenden Moment marginal besser war. Und 2021-22 war überhaupt kein Titelrennen. Es war ein gescheiterter Versuch, die Top Vier zu erreichen, der auf Platz acht endete. Das als Zusammenbruch zu bezeichnen, verkennt, was dieses Team tatsächlich war.

Was Sonntag wirklich bedeutet

Die ehrliche Version lautet also: Arsenal ist unter Arteta einmal wirklich eingeknickt, ein zweites Mal gestolpert und in zwei anderen Saisons unfair dargestellt worden. Das ist eine gemischte Bilanz, keine vernichtende — aber es bedeutet, dass die psychologische Frage berechtigt ist.

Die Pokal-Niederlagen und die Sporting-Vorstellung deuten darauf hin, dass dies kein Team ist, das gerade auf allen Zylindern läuft. Das ist wichtig, wenn die Fehlertoleranz in einem Titelrennen so gering ist. Arsenals Chancen auf die Meisterschaft werden sich stark verändern, je nachdem, was im Etihad passiert. Ein City-Sieg verkürzt nicht nur den Abstand auf drei Punkte — er gibt das Momentum an ein Team, das diese Schlacht schon einmal gewonnen hat, in genau dieser Situation.

Artetas Team hat genug getan, um dort zu sein, wo es ist. Die nächsten 90 Minuten werden etwas darüber aussagen, ob sie dort bleiben können.