Beckham reagiert auf Mascheranos plötzlichen Abgang bei Inter Miami

"Das ist eine schwierige Angelegenheit." David Beckham wählte seine Worte am Mittwoch sorgfältig, doch die Situation bei Inter Miami ist chaotischer, als sorgfältige Worte es vertuschen können. Javier Mascherano – der Mann, der dem Klub den ersten MLS Cup brachte – ist vor zwei Tagen gegangen, nur sieben Spiele nach Beginn der Saison 2026, aus persönlichen Gründen. Sein gesamtes Trainerteam verließ den Verein mit ihm.

Beckham sprach live aus Miamis neuem Stadion während der Champions-League-Berichterstattung von CBS Sports, als die Frage aufkam. Er lobte Mascherano warmherzig – "eine großartige Persönlichkeit, ein hervorragender Trainer, die Spieler liebten ihn" – doch das Lob hatte den vorsichtigen Tonfall von jemandem, der eine PR-Situation managt und nicht nur eine ehrliche Meinung äußert. Was er nicht verbergen konnte, war das Ausmaß der Störung.

Ein Titelgewinner weg, ein Wiederaufbau hat bereits begonnen

Das ist wirklich ein seltsamer Zeitpunkt. Mascherano führte Miami in der vergangenen Saison zum ersten MLS Cup der Klubgeschichte und kehrte dann für 2026 zurück, wobei der Concacaf Champions Cup das Hauptziel war. Diese Kampagne ist bereits vorbei – Nashville SC schaltete sie aus – doch Miami hatte in der Liga nur einmal verloren. Von außen betrachtet wirkte alles beherrschbar. Offensichtlich lief hinter den Kulissen etwas nicht wie geplant.

Sportdirektor Guillermo Hoyos hat die Position des Interimscoaches übernommen, was eine Umstrukturierung in der Hierarchie ausgelöst hat: Chief Soccer Officer Alberto Marrero übernimmt nun die Aufgaben des Sportdirektors. Zwei Führungskräfte wurden seitwärts versetzt, während der Klub herausfindet, wer langfristig tatsächlich das Team leitet.

Xavi Hernandez wurde bereits mit der offenen Stelle in Verbindung gebracht. Angesichts der Barcelona-DNA, die sich durch Miamis Kader zieht – Messi, Busquets, Alba und Mascherano selbst kamen alle aus diesem System – würde die Ernennung kulturell Sinn ergeben. Doch "ergibt Sinn" und "erledigt die Arbeit" sind nicht dasselbe, und Miamis nächste Trainerentscheidung trägt nun die Last, einen Titel in einer Saison zu verteidigen, die bereits Risse zeigt.

Beckhams Schlussbemerkung brachte es auf den Punkt: "Wenn man ein Team besitzt, gibt es immer Herausforderungen." Im Moment stapeln sich bei ihm gleich mehrere auf einmal.