Hulks lauwarme Reaktion vertieft Neymars WM-Zweifel für Brasilien
"Wenn er es verdient, wird er fahren." Das war Hulks gesamter Beitrag zur Neymar-WM-Debatte. Keine begeisterte Unterstützung. Nicht einmal annähernd.
Der ehemalige brasilianische Stürmer wurde unter Druck gesetzt, ob Neymar in Ancelottis Kader für die Weltmeisterschaft 2026 sein sollte, und zuckte im Grunde nur mit den Schultern. "Ich entschuldige mich, aber ich war auf das Spiel konzentriert", fügte er hinzu, als ob die Frage gar nicht wirklich angekommen wäre. Wenn einer der erfolgreichsten Stürmer deines Landes in jüngster Zeit nicht einmal einen einzigen unterstützenden Satz hervorbringen kann, sagt das etwas darüber aus, wo der Konsens liegt.
Ancelottis Zwei-Monats-Ultimatum
Carlo Ancelotti hat sich zurückhaltender geäußert, aber die Botschaft dahinter ist dieselbe. "Er hat noch zwei Monate Zeit, um zu zeigen, dass er die Qualitäten hat, bei der nächsten Weltmeisterschaft zu spielen", sagte der italienische Trainer gegenüber L'Equipe. Das ist keine offene Tür. Das ist eine, die sich schließt.
Neymar hat seit seinem Kreuzbandriss im Oktober 2023 nicht mehr für Brasilien gespielt. Er ist jetzt wieder bei Santos, schießt Tore und baut sich wieder auf - Ancelotti räumte das ein und sagte: "Er ist auf dem richtigen Weg." Aber Weg und Ziel sind zwei verschiedene Dinge, und im Moment weiß niemand, ob Neymars Ziel ein WM-Kader oder ein weiterer verletzungsbedingter Rückschlag ist.
Die Zahlen sprechen auf dem Papier noch immer für ihn. Brasiliens Rekordtorschütze aller Zeiten, 32 Jahre alt, theoretisch in seinem besten Leistungsfenster. Bei einem Turnier, bei dem Brasilien in Gruppe C auf Marokko, Haiti und Schottland trifft, wäre seine Erfahrung gegen die härteren K.o.-Runden-Gegner von enormer Bedeutung. Brasiliens Chancen, weit zu kommen, hängen stark davon ab, was sie ins Achtelfinale und darüber hinaus mitbringen - und ein halb fitter Neymar ist in dieser Phase ein echtes Risiko.
Vermächtnis reicht nicht mehr aus
Das ist die Spannung, der Ancelotti nicht entkommen kann. Neymars Ruf steht außer Frage. Seine Verfügbarkeit, seine Schärfe, seine Fähigkeit, ein ganzes Turnier durchzuhalten - all das ist fraglich. Ihn nur aufgrund seines Namens auszuwählen und dann zuzusehen, wie er im Viertelfinale ausfällt, wäre eine Katastrophe. Ihn außen vor zu lassen und Brasiliens frühes Ausscheiden mitzuerleben, würde andere Fragen aufwerfen.
Der Trainer hat deutlich gemacht, dass der Ruf allein keine Nominierung sichert. Noch zwei Monate. Der Druck liegt vollständig bei Neymar, die Diskussion zu beenden - denn im Moment tun das nicht einmal seine ehemaligen Teamkollegen für ihn.