Europas Top-Ligen: Titelrennen, Champions-League-Plätze & Abstiegskampf

Der 19. April im Etihad könnte über den Premier-League-Titel entscheiden. Arsenal kommt mit neun Punkten Vorsprung auf Manchester City, aber Pep Guardiolas Team hat ein Nachholspiel – gewinnen sie beide Partien, schrumpft der Abstand auf drei Punkte. Plötzlich ist es wieder ein echtes Titelrennen.

Die psychologische Komponente: City besiegte Arsenal am 22. März im Carabao-Cup-Finale. Ob sich das tatsächlich in einen mentalen Vorteil übersetzt, ist fraglich, aber es ist genau die Art von Ergebnis, auf der Narrative aufgebaut werden. Noch vor dem Showdown im Etihad empfängt Arsenal Bournemouth und City gastiert bei Chelsea – zwei Ergebnisse, die die Bühne für das möglicherweise entscheidende Spiel der englischen Saison bereiten werden.

Premier League: Das Rennen hinter dem Rennen

Der Titelkampf ist die Schlagzeile, aber das Gedränge um die Champions-League-Plätze wird richtig kompliziert. Die Premier League wird mit ziemlicher Sicherheit über die UEFA-Koeffizienten-Rangliste einen fünften Champions-League-Platz erhalten, was bedeutet, dass der Fünftplatzierte in der nächsten Saison einen Platz an Europas Top-Tisch bekommt.

Manchester United, Aston Villa, Liverpool und Chelsea sind alle im Rennen. United sieht am sichersten aus – sieben Siege in zehn Spielen unter Michael Carrick haben ihnen einen Sieben-Punkte-Puffer zum Sechstplatzierten Chelsea bei noch sieben ausstehenden Spielen verschafft. Aston Villa liegt nur einen Punkt hinter United. Liverpool steht jedoch vor einem knallharten Programm: United auswärts, Chelsea zu Hause und Aston Villa auswärts in drei aufeinanderfolgenden Spielen, bevor das Saisonfinale gegen Brentford ansteht.

Brentford und Everton lauern zwei Punkte weiter hinten. Brentford im Europapokal wäre eine echte Neuheit – ihr Stadion fasst 17.250 Zuschauer, das zweitkleinste der Liga, und sie haben noch nie im Europapokal gespielt. Trainer Keith Andrews hat sie auf 13 Punkte an die beste Punktzahl der Vereinsgeschichte herangeführt. Everton unter David Moyes ist stabiler, und Moyes weiß, wie man diesen Klub nach Europa bringt – er tat es bereits 2004-05.

Am Tabellenende sind Wolves und Burnley praktisch abgestiegen. Burnley sind zehn Punkte vom rettenden Ufer entfernt bei noch neun ausstehenden Spielen – das letzte Team, das diese Lücke in diesem Zeitrahmen geschlossen hat, war Leicester 2014-15, und das erforderte ein kleines Wunder. Der Kampf um Platz 18 zwischen West Ham, Tottenham und Nottingham Forest ist echt. Spurs entließen Interimstrainer Igo Tudor und gaben Roberto De Zerbi in diesem Monat einen Fünfjahresvertrag. Fünf Jahre, um ein Problem zu lösen, das in fünf Wochen gelöst werden muss. Das ist ein mutiger Schritt.

LaLiga, Bundesliga, Serie A und Ligue 1

Barcelona liegt sieben Punkte vor Real Madrid, und der Clásico steht am 10. Mai noch aus. Der Titel ist ihrer zu verlieren, aber ihr Spielplan beinhaltet Celta Vigo (22. April), ein Auswärtsspiel in Getafe (25. April) und Real Betis zu Hause am 17. Mai – jedes Spiel ein potenzieller Stolperstein. Madrid wird nicht viel Einladung brauchen.

Spanien könnte auch fünf Champions-League-Plätze erhalten, wenn ihre Klubs in Europa weiterhin gut abschneiden – sechs spanische Teams sind noch in den drei UEFA-Wettbewerben im Rennen. Real Betis und Celta Vigo sind Viertelfinalteilnehmer der Europa League und liegen im Rahmen für eine Top-Fünf-Platzierung in LaLiga. Beide Wege könnten sie in die Champions League bringen. Am anderen Ende trennen nur drei Punkte den 15. Alaves vom 18. Elche. Dieser Abstiegskampf wird bis in die letzten Wochen gehen.

In Deutschland führt Bayern München Borussia Dortmund mit neun Punkten Vorsprung bei noch sechs ausstehenden Spielen und einer Tordifferenz an, die eine Aufholjagd mathematisch möglich, aber praktisch erledigt macht. Die eigentliche Geschichte spielt sich weiter unten ab – vier Teams kämpfen um zwei Champions-League-Plätze, wobei Eintracht Frankfurt bereits 10 Punkte zurückliegt. Heidenheim sieht sicher abgestiegen aus. Wolfsburg belegt den anderen direkten Abstiegsplatz, während St. Pauli der Relegationsweg droht.

Inter Mailand führt die Serie A mit sieben Punkten Vorsprung auf Napoli an, mit AC Mailand dicht dahinter. Der vierte Platz wird interessant: Como, erst vor zwei Saisons aus der Serie B aufgestiegen, mischt sich mit Juventus, Roma und Atalanta um einen Champions-League-Platz. Sollten sie sich halten, würde das zu den unwahrscheinlicheren Top-Vier-Platzierungen in der jüngeren italienischen Fußballgeschichte gehören. Ganz unten sind Pisa und Hellas Verona neun Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Fiorentina, mit vier aufeinanderfolgenden Top-Acht-Platzierungen in der Vergangenheit, befindet sich in dieser Saison irgendwie in den unteren sechs.

PSG cruist in Frankreich – vier Titel in Folge, ein siebter auf dem Weg, und ein Nachholspiel, das ihren Vorsprung auf Lens auf sieben Punkte ausweiten würde. Dahinter kämpfen Marseille, Monaco, Lyon und Stade Rennais um die verbleibenden zwei direkten Champions-League-Plätze. Das Tabellenende ist eng: Auxerre sitzt derzeit auf dem Relegationsplatz, einen Schritt vom direkten Abstieg entfernt, zwei von der Rettung.

  • Premier-League-Titel: Arsenal führt mit 9 Punkten, City hat ein Nachholspiel. Der 19. April ist der Brennpunkt.
  • PL Top-Fünf: United, Villa, Liverpool und Chelsea kämpfen um zwei oder drei Plätze – Liverpools Spielplan im Mai ist brutal.
  • PL-Abstieg: Wolves und Burnley fast abgestiegen. Spurs, West Ham und Forest kämpfen darum, sich ihnen nicht anzuschließen.
  • LaLiga-Titel: Barcelona sieben Punkte vorne, Clásico am 10. Mai steht noch aus.
  • Bundesliga-Titel: Bayern neun Punkte vor Dortmund. Entschieden, sofern kein Zusammenbruch erfolgt.
  • Serie-A-Titel: Inter Mailand hat die Kontrolle. Comos Top-Vier-Vorstoß ist die sehenswerte Nebenhandlung.
  • Ligue-1-Titel: PSGs fünfter Titel in Folge ist eine Formsache. Die Champions-League-Plätze dahinter nicht.

Die nächsten vier Wochen in Europa werden viel entscheiden. Die Wettmärkte zu Titelquoten, Top-Vier-Platzierungen und Abstieg sind alle noch offen – und in einigen Fällen wirklich zu knapp, um sie vorherzusagen.