FIFA eröffnet Verfahren gegen Spanien wegen islamfeindlicher Gesänge
Die FIFA hat ein Disziplinarverfahren gegen den spanischen Fußballverband (RFEF) eingeleitet, nachdem bei einem WM-Vorbereitungsspiel am 31. März islamfeindliche und fremdenfeindliche Gesänge gegen ägyptische Fans zu hören waren. Die Sprechchöre – "Wer nicht springt, ist ein Muslim" – ertönten im RCDE-Stadion bei Barcelona, der Heimspielstätte von Espanyol, während eines Spiels, das torlos endete.
Hier gibt es keine Grauzone. Der ägyptische Fußballverband bezeichnete es als "widerlichen Akt des Rassismus". Die spanische Polizei ermittelte bereits, bevor die FIFA einschritt. Nun ist die Dachorganisation offiziell involviert, und der RFEF muss mit realen Konsequenzen rechnen.
Yamal sprach, FIFA handelte
Einer von Spaniens eigenen Spielern schwieg nicht. Lamine Yamal, der 17-jährige Flügelspieler, der zum Gesicht von Spaniens nächster Generation geworden ist, verurteilte die Gesänge auf Instagram – und bezeichnete sie als respektlos und inakzeptabel. Dass ein Spieler seines Kalibers es für nötig hielt, sich öffentlich von den eigenen Anhängern zu distanzieren, sagt viel darüber aus, wie schlimm die Lage in diesem Stadion war.
Der ägyptische Fußballverband bemühte sich nach Kräften, die diplomatische Temperatur niedrig zu halten – und stellte fest, dass die Aktionen "einer kleinen Gruppe von Zuschauern" die Beziehungen zwischen den beiden Verbänden nicht belasten würden. Besonnen, aber esändert nichts an dem, was gesagt wurde.
Was für Spanien auf dem Spiel steht
Das Timing ist ungünstig. Spanien bereitet sich auf die diesjährige WM vor, und eine Disziplinar-Wolke über dem Verband ist das Letzte, was sie brauchen. FIFA-Verfahren können zu Geldstrafen, teilweisen Stadionschließungen oder vorgeschriebenen Bannern führen – Strafen, die in den letzten Jahren mehreren europäischen Verbänden für ähnliche Vorfälle auferlegt wurden.
Ob der RFEF mit einem finanziellen Klaps auf die Hand davonkommt oder mit etwas konfrontiert wird, das echte Konsequenzen hat, hängt davon ab, wie der FIFA-Disziplinarausschuss das Ausmaß der Sprechchöre bewertet. Angesichts der Sichtbarkeit dieses Spiels und der öffentlichen Empörung scheint eine stille Lösung unwahrscheinlich.
Der ägyptische Fußballverband mag den diplomatischen Weg gewählt haben. Die FIFA nicht.