Klopp an Liverpool-Fans: 'Niemand muss mir danken'

"Niemand muss mir danken" — das ist Jürgen Klopp, der diese Woche in Peter Crouchs Podcast zu Gast war, und es ist die Art von Aussage, die anders ankommt, wenn sie von einem Trainer stammt, der Liverpool nach 30 Jahren die erste Meisterschaft bescherte.

Klopp verließ Anfield im Mai 2024 nach neun Jahren, einer Champions League, einer Premier League und einer Bindung zur Fanbasis, die offenbar nicht abgekühlt ist. Kürzlich kehrte er für ein Freundschaftsspiel zwischen den Liverpool Legends und Borussia Dortmund ins Stadion zurück und wurde mit Standing Ovations empfangen. Mittlerweile ist er Ehren-Botschafter der LFC Foundation. Er ist also nicht wirklich weg.

Was diese neun Jahre tatsächlich aufgebaut haben

Der Podcast-Auftritt gab Klopp Raum für eine ordentliche Reflexion, und er war charakteristisch direkt über die Bedeutung dieser Ära. "Niemand kann an diese neun Jahre zurückdenken, ohne zu lächeln", sagte er. Und er hat recht — aber es lohnt sich, konkret zu werden.

Er kam im Oktober 2015 und übernahm von Brendan Rodgers eine Mittelfeldmannschaft im Chaos, spielte in seinem ersten Heimspiel Unentschieden gegen West Brom und feierte es wie einen Titelgewinn. Daraus baute er einen Kader auf, der in der Lage war, jede verfügbare große Trophäe zu gewinnen. Die Champions League 2019. Die Meisterschaft 2020, die eine drei Jahrzehnte andauernde Durststrecke beendete. Ein Triple aus nationalen Pokalen 2022.

Er sprach auch über die Coutinho-Situation — eines der prägenden Was-wäre-wenn seiner Amtszeit. "Ich hätte liebend gern eine komplette Saison mit Philippe Coutinho, Bobby Firmino, Sadio und Mo gespielt. Wow." Das haben sie nie getan. Coutinho wechselte im Januar 2018 zum FC Barcelona, gerade als Salah in Fahrt kam. Das Geld finanzierte den Umbau, der die Champions League gewann. Manchmal ist der Deal, der wehtut, derjenige, der einem alles gewinnt.

Die Kinder, die noch nicht geboren waren, als er kam

Ein Moment von seinem jüngsten Anfield-Besuch blieb ihm im Gedächtnis. Ein Zehnjähriger im Gemeindezentrum sagte ihm: "Ich liebe dich mehr als meinen Papa." Klopp merkte an, dass das Kind noch nicht einmal geboren war, als er den Job antrat.

Das ist das Maß dessen, was er aufgebaut hat — nicht die Trophäen im Regal, sondern eine Version von Liverpool, mit der eine ganze Generation aufgewachsen ist als ihr Bezugspunkt. Arne Slot macht einen guten Job dabei, seinen eigenen Standard zu setzen, aber der Schatten der Klopp-Ära ist lang, und die Fanbasis spürt ihn noch immer.

Klopp ist jetzt Head of Global Soccer bei Red Bull, eine Rolle, die ihn im Geschäft hält, ohne den wöchentlichen Stress. Ob ihn das irgendwann wieder an eine Seitenlinie irgendwo zieht, ist die eigentliche Frage. Vorerst blickt er glücklich mit einem Lächeln zurück. Das tun auch die meisten Liverpool-Anhänger.