Mascherano trotz MLS-Cup-Sieg von Inter Miami entlassen

Inter Miami hat sich von Javier Mascherano getrennt - dem Mann, der ihnen den ersten MLS Cup der Vereinsgeschichte bescherte - weniger als ein Jahr nach Beginn der Titelverteidigung. Das ist die kalte Logik des amerikanischen Fußballs im Jahr 2026.

Der Verein bestätigte seine Entlassung am Dienstag, wobei Quellen bereits auf Guillermo Hoyos als Interimstrainer verweisen. Hoyos soll bereits vor der offiziellen Bekanntgabe die Trainingseinheiten geleitet haben, was alles darüber aussagt, wie lange diese Entscheidung schon in Vorbereitung war.

Ein Titel reichte nicht als Schutz

Mascherano wurde im November 2024 ernannt und nach jedem objektiven Maßstab war seine erste Saison ein Erfolg. Er formte die Offensive um Lionel Messi herum - eine Dynamik, die er aus der gemeinsamen Zeit beim FC Barcelona und in der argentinischen Nationalmannschaft bestens kannte - und die Ergebnisse waren historisch. Inter Miami stellte einen neuen Rekord für die meisten Tore in einer einzelnen MLS-Postseason auf dem Weg zum Titel auf.

Das verschafft einem Kredit. Offenbar nicht viel.

Die Saison 2026 war im Vergleich dazu ein Desaster. Ein frühes Aus in der CONCACAF Champions Cup in der Runde der letzten 16. Inkonstante Ligaform. Dritter Platz in der Eastern Conference mit einem Torverhältnis, das dem Kader kaum schmeichelt. Für einen Verein, der in der Sommerpause viel Geld ausgegeben hat - mit den Verpflichtungen von German Berterame und Torwart Dayne St. Clair als Kompensation für die Abgänge von Sergio Busquets und Jordi Alba - ist ein Platz im Mittelfeld und Spiel ohne Zusammenhalt nicht der Plan.

Was sich ändert und was nicht

Die unmittelbarste Frage ist, wie Messi unter Hoyos funktioniert. Mascheranos größte Leistung als Trainer war wohl der Aufbau eines Systems, das Messi zentral hielt, ohne sich darauf zu verlassen, dass er strukturelle Schwächen ausgleicht. Ob Hoyos diese Balance halten kann - oder sie überhaupt auf die gleiche Weise versteht - ist völlig unbekannt.

Inter Miamis Playoff-Chancen brechen dadurch nicht ein, nicht mit dem Talent, das immer noch im Kader steckt. Aber der Wettmarkt für die Platzierungen in der Eastern Conference ist gerade deutlich unberechenbarer geworden. Trainerwechsel mitten in der MLS-Saison führen selten zu sofortigen Formverbesserungen; die Störung allein kostet in der Regel Punkte, bevor sich Erfolge zeigen.

Mascherano geht als einziger Trainer in der Geschichte von Inter Miami, der ihnen eine Meisterschaft gewonnen hat. Die Vereinsführung entschied, dass dies kein ausreichender Grund war, den Kurs beizubehalten.