Figo: Mbappé brachte Egoismus in die Kabine von Real Madrid

Figo: Mbappé brachte Egoismus in die Kabine von Real Madrid

Luis Figo nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Saison von Real Madrid war schlecht, Mbappé hat die Kabinendynamik vergiftet, und Xabi Alonso hatte nie eine echte Chance. Der Ballon-d'Or-Gewinner und heutige Laureus-Academy-Mitglied sprach mit MARCA und lieferte die Art von Urteil, die die meisten Ex-Spieler in Interviews sorgfältig vermeiden.

"Mbappés Ankunft hat die Kabine von Real Madrid mit Egoismus gefüllt", sagte Figo. Das ist eine vernichtende Aussage über einen Spieler, um den Madrid jahrelang warb und enormes politisches Kapital investierte. Wie auch immer die individuellen Zahlen des Franzosen aussehen mögen – wenn die Kabine an ihm zerbricht, ist das ein strukturelles Problem. Und das zeigt sich in den Ergebnissen.

Xabi Alonso bekam keine faire Chance

Zum Trainerwechsel – von Alonso zu Arbeloa mitten in der Saison – war Figo deutlich: "Ich glaube nicht, dass er Zeit hatte. Wir hatten nicht einmal Zeit, eine Analyse der Monate zu machen, die er hier war. Es ist sehr kompliziert."

Das ist keine Verteidigung von Alonsos Taktik. Es ist die Anerkennung, dass man eine Traineramtszeit nicht bewerten kann, die abgebrochen wurde, bevor sie überhaupt Gestalt annehmen konnte. Wer auch immer diese Entscheidung im Bernabéu traf, tat dies ohne viel Geduld – oder viele Beweise.

"Die Realität ist, dass es eine schlechte Saison ist", fügte Figo hinzu. "Für Madrid ist es immer eine negative Saison, wenn man nicht gewinnt. Wenn Titel fehlen, liegt es daran, dass die Dinge nicht funktioniert haben." Schwer zu widersprechen. Ein Verein, der auf Siegen aufgebaut ist, kann sich nicht erlauben, Misserfolg als Wiederaufbau umzudeuten.

PSG und Bayern seine Favoriten auf Champions-League-Ruhm

Mit den anstehenden Halbfinals nannte Figo seine Favoriten ohne zu zögern: PSG und Bayern München. "Das sind zwei sehr starke Mannschaften. Mir gefällt ihre Art, Fußball zu spielen, aber alles kann passieren."

Aus Wettsicht haben beide Vereine die Konstanz im K.o.-Fußball gezeigt, die niedrige Quoten rechtfertigt. PSG sah in dieser europäischen Kampagne besonders wie ein anderes Tier aus – strukturierter, weniger abhängig von individueller Brillanz. Bayerns Motor hört eigentlich nie auf.

Figo äußerte sich auch zum Bild der WM 2026 und platzierte Portugal in einer interessanten Kategorie – nicht als historisches Schwergewicht, aber aufgrund der aktuellen Qualität wirklich gefährlich. Er nannte Frankreich, Spanien, Brasilien und England als die Favoriten, wobei Argentinien in seiner Einschätzung bemerkenswerterweise von seinem üblichen Top-Tier-Status herabgestuft wurde.

Und über Lamine Yamal hielt er es einfach: "Es ist unglaublich. Er ist ein unglaubliches Talent." Mit 17 Jahren verändert Yamal bereits, wie Verteidiger Barcelonas linke Seite angehen. Die Untergrenze für seine Karriere liegt bereits höher, als die meisten Spieler jemals erreichen.