Arne Slot kritisiert Arsenals Standard-Stil, nachdem sich die Geschichte wiederholt
Liverpool-Trainer Arne Slot hält sich nicht zurück. Er hat gerade öffentlich erklärt, dass die meisten Premier-League-Spiele "kein Vergnügen" zum Anschauen sind. Sein Ziel? Die wachsende Obsession mit Standards, und Arsenal ist das Aushängeschild für diesen Trend.
Das Timing ist allerdings ziemlich ironisch. Slot äußerte diese Kommentare direkt nachdem sein Liverpool-Team West Ham mit drei Toren aus Eckbällen besiegte. Der eigentliche Auslöser war jedoch Arsenals 2:1-Sieg gegen Chelsea, bei dem ebenfalls alle drei Tore aus Standard-Situationen resultierten.
"Wenn ich andere Ligen schaue, sehe ich nicht so viel Betonung auf Standards", beschwerte sich Slot. Er verwies auf die Eredivisie, wo Fouls an Torhütern viel häufiger gepfiffen werden. In der Premier League? Man kann einen Keeper praktisch ins Gesicht treffen und das Spiel geht weiter.
Slot wurde nostalgisch über Barcelona von vor 10-15 Jahren und nannte das echten Fußball. "Jeden Sonntag hat man sich darauf gefreut, ihnen beim Spielen zuzusehen", sagte er. "Die meisten Spiele, die ich in der Premier League schaue, sind für mich kein Vergnügen."
Arteta schießt gegen Kritik zurück
Mikel Arteta wollte das nicht einfach hinnehmen. Der Arsenal-Trainer verteidigte leidenschaftlich die Spielweise seines Teams. "Es ist nicht hässlich, man muss das Spiel spielen, das einem zur Verfügung steht", argumentierte Arteta.
Er hat einen Punkt. Arsenal hat diese Strategie nicht erfunden. Die Datenanalyse-Bewegung erkannte vor Jahren, dass Standards nicht ausreichend genutzt wurden. Arsenal hat es nur perfektioniert.
Die Zahlen bestätigen allerdings Slots Bedenken. Mehr als 29% aller Premier-League-Tore in der Saison 2024-25 stammen aus ruhenden Bällen (ohne Elfmeter und Eigentore). Das ist der höchste Wert seit 2010-11.
Was das für Wettende bedeutet
Hier wird es interessant für Tipper. Arsenals Standard-Dominanz macht sie in engen Spielen unglaublich gefährlich. Bei Wetten auf Arsenal-Spiele bieten Ecken- und Standard-Märkte ernsthaften Wert.
Der Kontrast zur Klopp-Guardiola-Ära ist krass. Diese klassischen Liverpool-Manchester-City-Duelle produzierten nur zwei Ecktore in 16 Spielen. Im Vergleich zum modernen Arsenal schaut man auf ein völlig anderes Spiel.
Die Debatte ist allerdings nicht neu. Kritiker verurteilten damals den spanischen Tiki-Taka-Fußball. Frankreichs Bixente Lizarazu nannte es einst "Liebe ohne Sex". Jetzt verklärt jeder diese Ära.
Vielleicht ist es etwas gewagt von Slot, sich über den Spielstil zu beschweren, wenn sein Team im Titelrennen hinter Arsenal zurückfällt. Schließlich erzielte Liverpool selbst gerade drei Tore aus Eckbällen. Manchmal ist hässlich gewinnen besser als schön verlieren.
In zehn Jahren könnten wir auf Arsenals Standard-Meisterschaft mit der gleichen Nostalgie zurückblicken, die die Leute für das Barcelona der 2010er Jahre haben. Bis dahin sollte man viel mehr Beschwerden über das "schöne Spiel" erwarten, das an den Rändern etwas rauer wird.