Iranisches Frauenteam erhält Asylschutz nach Turnier
Der Turnierlauf der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft endete mit einer 0:2-Niederlage gegen die Philippinen beim AFC Women's Asian Cup. Doch diese Niederlage an der Gold Coast sollte sich als ihr geringstes Problem herausstellen.
Was danach geschah, entwickelte sich zu einem ausgewachsenen internationalen Zwischenfall, der ernsthafte Fragen zur Sicherheit der Spielerinnen aufwarf. Die globale Spielergewerkschaft FIFPRO musste mit Notfall-Schutzmaßnahmen eingreifen.
Vor ihrem Eröffnungsspiel gegen Südkorea standen die iranischen Spielerinnen schweigend während ihrer Nationalhymne. Es war eine kraftvolle Geste, die nicht unbemerkt blieb. Staatlich unterstützte Medien in der Heimat bezeichneten sie wegen dieser Geste als "Verräterinnen".
Dann geschah etwas Seltsames. Als der Iran im nächsten Spiel gegen Australien antrat, sangen dieselben Spielerinnen die Hymne und führten militärische Grüße aus. Menschenrechtsaktivisten vermuteten sofort das Schlimmste - dass Regierungsbeamte sie zur Einhaltung gezwungen hatten.
Notfallmaßnahmen in Australien
FIFPRO Asien/Ozeanien nahm in ihrer Erklärung auf X kein Blatt vor den Mund. "Die Spielerinnen haben unter den schwierigsten Umständen bemerkenswerten Mut bewiesen. Keine Athletin sollte in eine solche Situation gebracht werden", schrieben sie.
Die Gewerkschaft machte deutlich, dass es nicht nur um einen einzelnen Vorfall ging. Sie forderten "tiefgreifende Veränderungen", um ähnliche Situationen in Zukunft zu verhindern.
Sieben Teammitglieder entschieden sich, in Australien Asyl zu beantragen, anstatt nach Hause zurückzukehren. Der australische Premierminister Anthony Albanese intervenierte persönlich und stellte fünf humanitäre Visa aus. "Sie sind hier sicher und sollten sich hier wie zu Hause fühlen", erklärte er öffentlich.
Doch es gab einen beängstigenden Moment, als eine Spielerin ihre Meinung änderte. Sie verriet den Aufenthaltsort der Gruppe an die iranische Botschaft und brachte damit alle in Gefahr. Innenminister Tony Burke musste die Spielerinnen sofort verlegen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Was das für die Zukunft bedeutet
Die übrigen Spielerinnen, die sich für eine Rückkehr entschieden, flogen mit Unterstützung der australischen Regierung über Kuala Lumpur. FIFPRO bestätigte, dass sie die Situation genau beobachten werden, insbesondere die Familien der in den Iran zurückkehrenden Spielerinnen.
Für Mannschaften und Turniere, die mit ähnlichen geopolitischen Problemen konfrontiert sind, schafft dies einen Präzedenzfall. Fußball-Dachverbände haben nun klare Menschenrechtsverpflichtungen, die sie nicht ignorieren können. Die Gewerkschaft betonte, dass "alle Spielerinnen in der Region das Recht haben, einer Spielervereinigung beizutreten, diese zu gründen und auf deren Unterstützung zuzugreifen".
Diese Kontroverse könnte zukünftige internationale Frauen-Fußballwettbewerbe in der Region beeinflussen. Turnierveranstalter und Wettmärkte werden potenzielle Rückzüge oder Sicherheitsprobleme der Spielerinnen berücksichtigen müssen, wenn Mannschaften aus politisch sensiblen Situationen teilnehmen.
Die australische Fußball-Community, Menschenrechtsgruppen und iranische Australier versammelten sich mit bemerkenswerter Unterstützung um die Spielerinnen. FIFPRO dankte ihnen für ihr "Engagement und ihr Mitgefühl".
Was die Spielerinnen betrifft, die noch in Australien sind, so beginnen sie ein neues Leben in Sicherheit. Die Situation bleibt angespannt, und nur die Zeit wird zeigen, wie sich dies auf die Teilnahme des Iran an zukünftigen Frauen-Fußballwettbewerben auswirkt.