AFA-Präsident Tapia vor Gericht wegen 13-Millionen-Dollar-Steuerfall

Für Claudio Tapia, Präsident des argentinischen Fußballverbands (AFA), wird es jetzt ernst. Der AFA-Chef erschien am Donnerstag vor einem Gericht in Buenos Aires und sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Sozialversicherungssteuern nicht gezahlt zu haben. Es geht um massive 19 Milliarden Pesos – das entspricht etwa 13 Millionen Dollar.

Dies war auch kein gewöhnlicher Besuch. Es war Tapias erster Gerichtstermin inmitten mehrerer laufender Ermittlungen zu seinem Privatvermögen und seiner Verwaltung der AFA-Finanzen. Er kam in einem Transporter mit seinem Rechtsteam und ging geradewegs durch einen Medienrummel, ohne den Reportern ein Wort zu sagen.

Bundesrichter Diego Amarante nimmt die Sache ernst. Er hat Tapia und vier weitere AFA-Direktoren vorgeladen, um über angeblich unrechtmäßig einbehaltene Vereinsmitgliedsbeiträge auszusagen. Der Richter hat ihnen außerdem eine Ausreisesperre auferlegt, sodass vorerst niemand Argentinien verlassen kann.

Was steht auf dem Spiel?

Die Anzeige kam von der argentinischen Zoll- und Steuerbehörde, und die möglichen Strafen sind keine Kleinigkeit. Nach argentinischem Recht kann das Einbehalten oder Erheben von Bundessteuern ohne deren Abführung innerhalb von 30 Tagen mit zwei bis sechs Jahren Gefängnis bestraft werden. Das ist ein hoher Preis, falls es zu einer Verurteilung kommt.

Aber das ist noch nicht alles. Dieser Steuerfall ist nicht Tapias einziges Problem. Er ist auch mit separaten Gerichtsverfahren wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung und Geldwäsche konfrontiert. Der Druck auf den AFA-Chef nimmt definitiv zu.

Politik im Fußball?

Die AFA lässt das nicht auf sich sitzen. Sie bestreitet kategorisch, Steuergelder zu schulden, und behauptet, von der Regierung unter Präsident Javier Milei ins Visier genommen zu werden. Die Angelegenheit hat eine politische Dimension angenommen, wobei der Verband von Verfolgung spricht.

Sie verweisen auch auf Tapias Erfolgsbilanz seit seiner Amtsübernahme 2017. Und ehrlich gesagt, sie ist ziemlich spektakulär. Unter seiner Führung gewann Argentinien die Weltmeisterschaft 2022 und die Copa América zweimal hintereinander in den Jahren 2021 und 2024. Lionel Messi und seine Mannschaft sind in Hochform.

Für alle, die den argentinischen Fußball verfolgen oder auf die Nationalmannschaft wetten, lohnt es sich, diese Situation im Auge zu behalten. Während sich das rechtliche Drama abseits des Spielfelds entfaltet, könnte es möglicherweise für Ablenkungen beim Verband sorgen. Argentiniens jüngste Dominanz deutet jedoch darauf hin, dass das Team trotz administrativer Kontroversen fokussiert bleibt.

Tapia hat die Möglichkeit, die Aussage zu verweigern oder stattdessen eine schriftliche Erklärung abzugeben. Was auch immer als Nächstes passiert, dieser Fall wird im südamerikanischen Fußball genau beobachtet werden.