Paul Merson öffnet sich: 'Ich verdiene es nicht, geliebt zu werden'
Paul Merson hat in einem offenen und ehrlichen Interview über zutiefst persönliche Kämpfe gesprochen. Der ehemalige Arsenal-Star, heute 57, enthüllte, dass er sich während seiner gesamten England-Karriere wie ein 'Betrüger' fühlte, trotz seines Erfolgs auf Vereinsebene.
Im Stick to Football Podcast hielt Merson nicht zurück, als es um seine inneren Dämonen ging. Er gab zu, sich während seiner aktiven Zeit 'mit Leidenschaft' selbst gehasst zu haben, selbst während er bei Arsenal Trophäen gewann.
Mersons Süchte nach Alkohol, Drogen und Glücksspiel erreichten im Januar 1995 einen Wendepunkt. Er hielt eine Pressekonferenz ab, um sich seinen Problemen zu stellen, und begab sich etwa zur gleichen Zeit in eine Entzugsklinik.
Nie gut genug für England gefühlt
Trotz 21 Länderspielen für England über sieben Jahre hinweg hatte Merson nie das Gefühl, auf internationaler Ebene hinzugehören. 'Ich glaube nicht, dass ich es verdiene, mehr geliebt zu werden', erklärte er. 'Ich habe für England nicht gut gespielt.'
Er war brutal ehrlich über seine Leistungen für die Three Lions. Merson sagte, er sei nie vom Platz gegangen mit dem Gefühl, so gespielt zu haben wie für Arsenal, Villa oder Middlesbrough. Diese Diskrepanz nagte an ihm.
Graham Taylor nominierte ihn erstmals für England, und Merson war Teil der enttäuschenden EM 1992. Er spielte auch während Englands gescheitertem Versuch, sich für die WM 1994 zu qualifizieren. Diese Erfahrungen verstärkten nur sein Gefühl der Unzulänglichkeit.
'Ich fühlte mich immer wie ein Betrüger', gestand Merson. Seine Kämpfe mit Schüchternheit und Angst verschlimmerten die Situation. Die einzige Zeit, in der er sich wohl fühlte, war bei seinen Mannschaftskameraden oder wenn er getrunken hatte.
Frieden fernab des Rampenlichts finden
Nach seinem Abschied von Arsenal 1997 führte Mersons Karriere ihn zu Middlesbrough, Aston Villa und Portsmouth. Interessanterweise beschrieb er seine Zeit bei Portsmouth als 'wahrscheinlich das beste Jahr seiner Karriere'.
Warum? Der Druck war weg. Er spielte nicht mehr im riesigen Rampenlicht von Arsenal oder England. Aber er hatte im Fratton Park immer noch Qualitätsspieler um sich herum, die Portsmouth 2003 zum Aufstieg in die Premier League verhalfen.
Merson wurde während seiner Karriere dreimal für das PFA Team of the Year nominiert. Aber seine Selbstzweifel verschwanden nie vollständig, selbst als Fans ihn heute als charismatische Persönlichkeit von Sky Sports Soccer Saturday kennen.
Seine Karriere klang aus mit Wechseln zu Walsall und mehreren Comebacks in unteren Ligen. Er spielte sogar noch 2019/20 für Hanworth Villa, wo sein Sohn Sam spielt. Aber die talentierten Stürmer, die ihn einst in der Zehner-Position glänzen ließen, waren längst verschwunden.
Mersons ehrliche Reflexionen erinnern uns daran, dass selbst erfolgreiche Fußballer hinter den Kulissen kämpfen können. Sein Mut, seine Geschichte zu teilen, hilft weiterhin anderen, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind.