Marokko-Trainer Regragui tritt vor Weltmeisterschaft 2026 zurück

Marokko-Trainer Regragui tritt vor Weltmeisterschaft 2026 zurück

In einem schockierenden Schritt, der Wellen in der Fußballwelt schlägt, ist Marokkos Trainer Walid Regragui von seinem Amt zurückgetreten. Und hier kommt der Clou - dies geschah weniger als 100 Tage bevor die Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beginnt.

Regragui gab seinen Rücktritt am Donnerstagabend bei einer späten Pressekonferenz bekannt, gemeinsam mit Fouzi Lekjaa, dem Präsidenten des marokkanischen Fußballverbandes. "Die Mannschaft braucht ein frisches Gesicht, eine andere Energie und eine neue Perspektive mit einem neuen Trainer", erklärte Regragui. Er ist überzeugt, dass Marokko eine neue Vision braucht, um sich vor dem größten Turnier im Fußball weiterzuentwickeln.

Der 50-jährige Trainer schrieb Geschichte, indem er Marokko bei der Weltmeisterschaft 2022 ins Halbfinale führte - das erste Mal, dass eine afrikanische oder arabische Nation diese Phase erreichte. Doch trotz dieser unglaublichen Leistung wuchs der Druck nach Marokkos herzzerreißender 1:0-Niederlage gegen Senegal im Finale des Afrika-Cups im Januar. Was es noch schmerzhafter machte? Marokko war Gastgeber des Turniers auf heimischem Boden.

Ouahbi stellt sich der Herausforderung

Mohamed Ouahbi ist der Mann, der den heißen Stuhl übernimmt. Der 49-jährige belgisch-marokkanische Coach führte zuvor Marokkos U20-Team zum Triumph bei der Jugend-Weltmeisterschaft. Dies wird seine erste Erfahrung als Trainer einer Senioren-Nationalmannschaft sein, was einen ziemlichen Sprung ins kalte Wasser bedeutet.

"Ich bin nicht hier, um aufzubauen, denn das Fundament ist bereits vorhanden. Ich bin hier, um weiterhin Leistung zu bringen", sagte Ouahbi selbstbewusst. Er holt Joao Sacramento als Co-Trainer ins Team - einen portugiesischen Taktiker, der mit Jose Mourinho sowohl bei der AS Rom als auch bei Tottenham zusammenarbeitete und auch Zeit bei Paris Saint-Germain verbrachte.

Für alle, die sich mit Marokkos WM-Quoten beschäftigen, fügt dieser Trainerwechsel eine interessante Wendung hinzu. Die Atlas-Löwen befinden sich in Gruppe C zusammen mit Brasilien, Haiti und Schottland - eine schwierige, aber machbare Auslosung. Buchmacher werden ihre Quoten wahrscheinlich anpassen, sobald wir sehen, wie Ouahbis Team in ihren Aufwärmspielen gegen Ecuador am 27. März und Paraguay am 31. März abschneidet.

Warum der Wechsel jetzt?

Regragui sah sich trotz seiner WM-Heldentaten wachsender Kritik ausgesetzt. Marokko hat seit 1975 keinen kontinentalen Titel mehr gewonnen, und die Erwartungen schossen nach ihrem Erfolg 2022 in die Höhe. Einige Fans und Medienvertreter waren nicht zufrieden mit dem, was sie als übermäßig defensive Taktik ansahen, besonders nach enttäuschenden Leistungen bei früheren Turnieren.

Marokkos Kapitän Achraf Hakimi würdigte seinen ehemaligen Trainer in den sozialen Medien und nannte Regragui eine "Legende", dessen "Führung, Leidenschaft und Vision nicht nur die Spieler inspirierte, sondern auch ein ganzes Land und Millionen von Fans auf der ganzen Welt".

Marokko denkt hier eindeutig langfristig. Das Land investiert Milliarden in die Sportinfrastruktur und wird 2030 gemeinsam mit Spanien und Portugal Gastgeber der Weltmeisterschaft sein. Sie bauen sogar das Hassan-II-Stadion, das mit 115.000 Plätzen die größte Fußballarena der Welt werden soll. Mit derart massiven Ambitionen hatte Marokkos Fußballverband offensichtlich das Gefühl, dass ein Wechsel notwendig war, um ihre Chancen beim Turnier 2026 zu maximieren.