50.000 unterzeichnen Petition dafür, dass Irans Frauenteam in Australien bleiben darf
In Australien ereignet sich gerade etwas Außergewöhnliches. Nachdem die iranische Fußball-Nationalmannschaft der Frauen beim Asien-Cup ausgeschieden ist, haben mehr als 50.000 Menschen eine Petition unterzeichnet, in der sie die australische Regierung auffordern, dem Team den Verbleib im Land zu ermöglichen.
Die iranischen Frauen kamen letzten Monat für das Turnier nach Australien. Doch alles änderte sich, als nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar ein Krieg ausbrach. Nun gibt es ernsthafte Bedenken, was mit ihnen passiert, wenn sie nach Hause zurückkehren.
Normalerweise packen in der Gruppenphase ausgeschiedene Teams innerhalb weniger Tage ihre Sachen und reisen ab. Doch die Organisatoren schweigen darüber, wann die iranische Delegation abreisen wird. Dieses Schweigen spricht Bände.
Stiller Protest oder Zeichen der Trauer?
Das Drama begann während Irans Eröffnungsspiel gegen Südkorea am vergangenen Montag. Die Spielerinnen blieben während ihrer Nationalhymne stumm. Einige sahen darin Widerstand. Andere hielten es für Trauer. Das Team hat sich nicht dazu geäußert, was zutrifft.
In ihren nächsten beiden Spielen änderte sich das Verhalten jedoch. Vor ihrer 0:4-Niederlage gegen Australien und der heutigen 0:2-Niederlage gegen die Philippinen sangen die Spielerinnen die Hymne mit und salutierten. Dieser Verhaltenswandel gibt allen zu denken.
Der Australian Iranian Council geht kein Risiko ein. Sie haben sich direkt an Innenminister Tony Burke gewandt und Schutz für das Team gefordert, solange es sich auf australischem Boden befindet. Ihre Petition fordert unabhängige Rechtsberatung, Unterstützung und Dolmetscher für die Spielerinnen.
Proteste und widersprüchliche Botschaften
Nach dem heutigen Spiel verzögerten Demonstranten, die "lasst sie gehen" skandierten, kurzzeitig die Abfahrt des iranischen Teambusses vom Stadion. Doch Irans Cheftrainerin Marziyeh Jafari erzählte Reportern etwas anderes. "Wir wollen so schnell wie möglich in den Iran zurückkehren", sagte sie.
"Ich möchte bei meinem Land und zu Hause sein. Wir sind begierig darauf, zurückzukehren", fügte Jafari hinzu. Diese Worte verkomplizieren eine ohnehin schwierige Situation.
Australiens Außenministerin Penny Wong lobte den kraftvollen Moment, als Australiens Frauenteam nach ihrem Spiel die Trikots mit dem Iran tauschte. "Wir wissen, dass dieses Regime viele iranische Frauen brutal unterdrückt hat", sagte Wong gegenüber der Australian Broadcasting Corp.
Für jeden, der das Turnier verfolgt oder zukünftige Wettmärkte in Betracht zieht, könnte diese Situation das iranische Frauenfußballprogramm erheblich beeinflussen. Die Unsicherheit über die Zukunft des Teams macht ihre Teilnahme an kommenden Wettbewerben unklar. Es ist eine sich entwickelnde Geschichte, die weit über den Sport hinausgeht.