Man City vor erstem WSL-Titel seit 10 Jahren nach beeindruckender Auferstehung

Manchester City steht kurz davor, eine 10-jährige Durststrecke in der Women's Super League zu beenden. Sie liegen neun Punkte vor der Konkurrenz an der Tabellenspitze, und es sind nur noch neun Spiele zu absolvieren. Das ist ein enormer Vorsprung, der noch größer werden könnte.

Wenn City am Wochenende den amtierenden Champion Chelsea schlägt und in der darauffolgenden Woche den schweren Test gegen Arsenal meistert, haben sie den Titel so gut wie sicher. Selbst eine einzelne Niederlage würde ihre Titelchancen nicht vollständig zunichtemachen, aber diese beiden Spiele sind absolut entscheidend.

Die Transformation bei City war bemerkenswert. Nach einem enttäuschenden vierten Platz in der letzten Saison und ohne europäischen Wettbewerb in diesem Jahr haben sie sich im Inland einen enormen Vorsprung erarbeitet. Sie sind in der Liga seit der Niederlage gegen Chelsea am ersten Spieltag ungeschlagen und haben bereits sechs von neun möglichen Punkten gegen ihre Top-Vier-Rivalen geholt.

Was hat sich bei Manchester City verändert?

Der Umschwung begann mit einem Trainerwechsel. Der ehemalige Cheftrainer Gareth Taylor wurde im März nach schwachen Ergebnissen und einer Verletzungsmisere entlassen. City brauchte jemanden, der nicht nur die Taktik, sondern die gesamte Mentalität des Kaders neu aufbauen konnte.

Es kam Andrée Jeglertz, ein Champions-League-Sieger mit dem schwedischen Klub Umea. Der erfahrene schwedische Manager brachte einen völlig anderen Ansatz mit. Er pflegt eine Politik der offenen Tür und möchte aktiv, dass die Spielerinnen Ideen zu Taktik und Spielplänen beisteuern.

Dies hat dem Kader Eigenverantwortung für ihren Fußball gegeben, und die Ergebnisse sprechen für sich. Die Konstanz, die sie aufgebaut haben, ist wie Tag und Nacht im Vergleich zu den Schwierigkeiten der letzten Saison.

Die Kadertiefe war ein weiteres massives Problem. Letztes Jahr hatte City manchmal nur fünf Auswechselspielerinnen zur Verfügung. Schlüsselspielerinnen wie Khadija "Bunny" Shaw, Vivianne Miedema, Lauren Hemp und Alex Greenwood fielen zu verschiedenen Zeitpunkten mit Verletzungen aus.

City investierte massiv, um dieses Problem zu beheben. Selbst mit aktuellen Verletzungen von Spielerinnen wie Kerolin und Aoba Fujino sind die Auswirkungen kaum spürbar. Diese Tiefe wird entscheidend sein, wenn sie in der nächsten Saison sowohl in der WSL als auch in der Champions League antreten.

Der europäische Segen in der Verkleidung

Hier ist ein unerwarteter Vorteil: Das Verpassen des europäischen Wettbewerbs könnte das Beste für Citys Titelchancen gewesen sein. Während Chelsea, Arsenal und Manchester United quer durch Europa reisten und intensive Champions-League-Spiele absolvierten, konzentrierte sich City rein auf den nationalen Erfolg.

Diese Europa-Reisen nach Deutschland, Spanien und Italien fordern ihren Tribut. Das ist teilweise der Grund, warum Chelsea Punkte verlor und warum Arsenal und United in der Liga an Schwung verloren. City hingegen hatte vor dem Ausscheiden im Halbfinale gegen Chelsea letzte Woche nur League-Cup-Spiele.

City lernte auch aus vergangenen Fehlern. In einer 22-Spiele-Saison ist ein langsamer Start fast unmöglich aufzuholen. Sie erlebten dies 2022-23 und wussten, dass sie nach der Niederlage gegen Chelsea am ersten Spieltag in diesem Jahr schnell reagieren mussten. Diese sofortige Kehrtwende war absolut entscheidend.

Für alle, die das Titelrennen aus Wett-Perspektive betrachten: Citys verbleibende Spiele sehen machbar aus: Leicester, Aston Villa, Tottenham, Manchester United, Brighton, Liverpool und West Ham. Nur das Auswärtsspiel bei Manchester United sieht besonders knifflig aus, und selbst dann hat City dieses komfortable Neun-Punkte-Polster.

Das große Fragezeichen ist, ob sie Stürmerin Bunny Shaw davon überzeugen können, einen neuen Vertrag zu unterschreiben, bevor ihr Kontrakt in diesem Sommer ausläuft. Quellen sagen, dass die Gespräche positiv verlaufen sind, was für ihre langfristigen Ambitionen entscheidend ist.

Aber seien wir ehrlich: Diese nächsten beiden Spiele gegen Chelsea und Arsenal werden Citys Saison definieren. Beide gewinnen, und der Titel ist praktisch garantiert. In beiden nicht verlieren, und sie sind immer noch am Steuer. Selbst eine Niederlage hält die Dinge in ihrer Kontrolle, macht aber die Schlussphase deutlich enger.

Unter Jeglertz hat City bewiesen, dass sie konstant gewinnen können. Jetzt müssen sie zeigen, dass sie den Druck bewältigen können, wenn es wirklich darauf ankommt. Ein Jahrzehnt ist eine lange Zeit, um auf einen Titel zu warten, aber das Ende ist endlich in Sicht.