Jhon Duran wechselt mit 22 zu seinem sechsten Klub: Zenit-Transfer nach Villa-Aus
Man kann von einer turbulenten Karriere sprechen. Jhon Duran steht kurz vor seinem Wechsel zum sechsten Profiverein, und er ist erst 22 Jahre alt. Der kolumbianische Stürmer hat seine Leihe beim türkischen Großklub Fenerbahce abgebrochen und wechselt nun zum russischen Verein Zenit St. Petersburg.
Die letzten 12 Monate waren verrückt für den jungen Angreifer. Er verließ Aston Villa im Januar 2025 für einen spektakulären Transfer über 71 Millionen Pfund zu Al-Nassr, wo er an der Seite von Cristiano Ronaldo spielen durfte. Keine schlechte Erfahrung für einen 21-Jährigen, oder?
Doch in Saudi-Arabien lief es nicht wie erhofft. Trotz acht Toren in 13 Einsätzen war Duran bereits nach nur sechs Monaten wieder auf dem Sprung. Al-Nassr wurde Dritter in der Saudi Pro League, und der Stürmer wurde für einen Neuanfang an Fenerbahce ausgeliehen.
Auch seine Zeit in der Türkei war nur von kurzer Dauer. Er kam lediglich auf 10 Ligaspiele und drei Tore, half Fenerbahce aber immerhin, im vergangenen Monat den türkischen Supercup gegen Galatasaray zu gewinnen. Dennoch reichte das nicht aus, um ihn zu halten.
Von der Villa-Legende zum Globetrotter
Spulen wir ein wenig zurück. Duran begann bei Envigado in Kolumbien, bevor er mit 18 zu Chicago Fire wechselte. Aston Villa verpflichtete ihn im Januar 2023 für rund 14 Millionen Pfund, und er wurde schnell zum Publikumsliebling mit seinem direkten, aggressiven Spielstil.
Erinnern Sie sich an seinen Kracher gegen Bayern München in der Champions League? Oder an die beiden Tore gegen Liverpool, die Villa die Champions-League-Qualifikation sicherten? Der Junge hatte zweifellos Talent. Er erzielte Villas Tor der Saison gegen Crystal Palace und schien im Villa Park zu Größerem bestimmt zu sein.
Doch es gab immer wieder Gerüchte über seine Einstellung. Er flirtete mit einem Wechsel zu West Ham und postete sogar eine "Irons"-Geste in den sozialen Medien, was die Villa-Fans verärgerte. Der Transfer platzte, und obwohl er gegen West Ham traf und damit scheinbar seine Loyalität bewies, gab es weiterhin Probleme hinter den Kulissen.
Villa-Trainer Unai Emery hatte Schwierigkeiten, sowohl Duran als auch Starstürmer Ollie Watkins gleichzeitig ins Team zu integrieren. Teamkollege Morgan Rogers nannte Duran abseits des Platzes "die entspannteste und gelassenste Person, die ich je getroffen habe", aber auf dem Platz sei er "ein anderes Tier". Nach einer Roten Karte gegen Newcastle am Boxing Day 2024 waren Durans Tage bei Villa gezählt. Emery schien erleichtert, als der Al-Nassr-Deal zustande kam, und sprach von einer "guten Nachricht" mit "gutem Geld".
Warum Russland und wie geht es weiter?
Warum also zieht es einen talentierten 22-Jährigen nach Russland, wo Vereine von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen sind? Berichten zufolge hat sich Duran in Saudi-Arabien nie wirklich eingelebt und soll angeblich in Bahrain gewohnt haben, 300 Meilen von Riad entfernt. Auch bei Fenerbahce passte er nicht richtig rein, vor allem nachdem Jose Mourinho nur einen Monat nach Durans Ankunft entlassen wurde.
Zenit St. Petersburg liegt derzeit auf Platz zwei der russischen Superliga und zieht große Zuschauerzahlen an. Für Duran ist es eine weitere Chance, sich zu beweisen, auch wenn es wie ein Rückschritt erscheint für jemanden, der vor weniger als zwei Jahren noch Champions-League-Football spielte.
Für Wettfreunde, die Durans Karriere verfolgen, macht ihn seine Unberechenbarkeit faszinierend. Wenn er in Form ist, kann er mit spektakulären Toren Spiele entscheiden. Aber seine Unfähigkeit, sich irgendwo niederzulassen, wirft Fragen über seine langfristigen Perspektiven auf. Zenit-Anhänger könnten ein Schnäppchen machen, wenn er zu seiner Villa-Form zurückfindet, aber seine Vergangenheit legt nahe, dass dies möglicherweise nicht sein letztes Ziel sein wird.
Duran postete einmal auf Instagram: "Versuche nicht, es allen recht zu machen - das ist nicht gut." Er lebt definitiv nach diesem Motto und folgt seinem eigenen ungewöhnlichen Weg durch den Weltfußball. Ob dieser zum Erfolg oder zu weiteren Wechseln führt, bleibt abzuwarten.