Xi Jinping erhält Man United vs Arsenal Matchbälle als Geschenk
Wenn es um internationale Diplomatie geht, lässt man manchmal den Fußball sprechen. Der britische Premierminister Keir Starmer vollzog gerade einen cleveren diplomatischen Schachzug, indem er dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping die offiziellen Matchbälle von Manchester Uniteds dramatischem 3:2-Comeback-Sieg über Arsenal am 25. Januar schenkte.
Das Geschenk wurde während eines Gipfeltreffens in der Großen Halle des Volkes in Peking am 29. Januar überreicht. Hier kommt die interessante Wendung: Starmer ist ein eingefleischter Arsenal-Fan, während Xi bekanntermaßen Manchester United unterstützt. Das nennt man eine großzügige Geste, nachdem das eigene Team verloren hat!
Laut der South China Morning Post ging es nicht nur um Fußball. Das symbolische Geschenk stellt einen Versuch dar, die zunehmend komplizierte Beziehung zwischen China und Großbritannien zu verbessern. Die Nutzung von Xis gut dokumentierter Leidenschaft für den schönen Sport als diplomatisches Werkzeug ist zu einer Art Tradition geworden.
Xi Jinpings Fußball-Liebesgeschichte
Die Leidenschaft von Präsident Xi für Fußball reicht weit zurück. Während seines Staatsbesuchs 2015 in Großbritannien empfing ihn der damalige Premierminister David Cameron im Etihad Stadium von Manchester City. Das berühmte Selfie von Xi, Cameron und Stürmer Sergio Aguero wurde zu einem ikonischen Bild dessen, was als 'goldene Ära' der chinesisch-britischen Beziehungen bezeichnet wurde.
Interessanterweise erhielt Xi, obwohl er ein großer Manchester-United-Fan ist, die VIP-Behandlung im Stadion des erbitterten Rivalen. ESPN bemerkte dieses amüsante Detail und hob hervor, wie Diplomatie manchmal über Fußball-Loyalitäten triumphiert.
Während desselben Besuchs 2015 verband Xi sich mit Prinz William über Fußball. Der chinesische Staatschef äußerte seinen Wunsch, vom englischen Fußball zu lernen, während William davon sprach, mehr chinesische Spieler in der Premier League sehen zu wollen. Für jeden, der asiatische Spielermärkte und potenzielle Transfers verfolgt, hat dieses Gespräch noch heute Resonanz.
Wenn Präsidenten ihre Fähigkeiten zeigen
Xi schaut nicht nur Fußball – er hat ihn auch gespielt. 2012, als er noch Vizepräsident war, besuchte er den Croke Park in Dublin, Irland. Ein örtlicher Gaelic-Football-Trainer bat ihn, seine Fähigkeiten zu zeigen, und Xi willigte ein, während er einen kompletten Anzug und Lederschuhe trug. Der Ball flog in einem schönen Bogen, und der Moment machte internationale Schlagzeilen.
Die Symbolik dieses Ortes war kraftvoll. Der Croke Park war der Schauplatz, an dem britische Truppen während des irischen Unabhängigkeitskampfes Fußballspieler und Fans massakrierten, was Xis freundlichen Tritt zu einer Geste der Versöhnung machte.
2014 erhielt Xi während eines Besuchs in Argentinien ein Trikot der argentinischen Nationalmannschaft mit Messis ikonischer Nummer 10 und Xis eigenem Namen auf dem Rücken. Argentinien hatte gerade als Vizeweltmeister abgeschlossen, was das Geschenk besonders bedeutungsvoll machte.
Xis Fußball-Ambitionen für China sind eine ernste Angelegenheit. Er träumt seit langem davon, den chinesischen Fußball zu entwickeln und die Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft qualifiziert zu sehen. Als China bei der Qualifikation zur WM 2022 in Katar schlecht abschnitt, fegte eine massive Anti-Korruptions-Untersuchung durch den chinesischen Fußball. Der ehemalige Präsident des chinesischen Fußballverbands, Chen Xuyuan, wurde 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er der Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von etwa 15 Milliarden Won für schuldig befunden wurde.
Chinas jüngste Leistung beim U-23-Asienpokal zeigt einige Fortschritte. Trotz der 0:4-Niederlage gegen Japan im Finale markierte der zweite Platz Chinas bestes Ergebnis bei einem internationalen Turnier überhaupt. Für diejenigen, die die Entwicklung des asiatischen Fußballs und die Leistungen der Jugendmannschaften verfolgen, könnte dies auf eine verbesserte chinesische Wettbewerbsfähigkeit bei zukünftigen Wettbewerben hindeuten.